Menschenbilder

„Wir arbeiten gern zusammen“

Brixen im Thale. Karin Ralser ist begeisterte Bibliothekarin: Mit ihrem Team hat sie viel erreicht – für Brixen im Thale und da besonders für die jungen Leserinnen und Leser. Wer durch Brixen im Thale fährt, entdeckt schnell ein originell gestaltetes Schaufenster. „Unser Schaufens-ter ist die erste Einladung an die Passanten, an alle, die hier vorbeikommen“, erklärt Karin Ralser, Bibliotheksleiterin und ausgebildete Bibliothekarin, die Idee dahinter. Ideen hat das Team in Brixen sehr viele. „Wir haben in unserem Team eine bunte Mischung an Generationen, die Teammitglieder sind in unterschiedlichen Lebensphasen, haben daher auch unterschiedlich viel Zeit für ihr Ehrenamt zur Verfügung. Jede und jeder bringt sich ein, das Jonglieren mit diesen Zeitressourcen haben wir während des Umzugs und Umbau der Räume hier gelernt“, freut sich die Büchereileiterin. 

Kinder früh für Bücher begeistern

Aktuell hat sich das Bibliotheksteam wie zahlreiche andere im Tiroler Teil der Erzdiözese Salzburg für den Sommerleseclub und dessen guten Abschluss engagiert. Am 20. September war die Abschlussveranstaltung in der örtlichen Bibliothek. „Je früher Kinder zu Büchern kommen, desto besser ist es für sie: Der Wortschatz wird beim Blättern und dialogischem Lesen erweitert, Kinder bauen Vertrauen auf: Sie lieben ihre Buchhelden, sie kommen mit einem Buch bis zu zwei Monaten und wollen hier das Vertraute immer wieder hören und betrachten. Vorlesen ist das erste Lesen“, weiß das Bibliotheksteam aus eigenem Erleben, aus Alltagserfahrungen in der Leseförderung in der Bibliothek und von zahlreichen Fortbildungen im Bereich der Lesepädagogik. 

Öffnungszeiten mit Hintergrundarbeit

„Wir teilen uns die Fortbildungen auf. Die eine hat den Schwerpunkt der Leseförderung, andere bilden sich im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit weiter. Jetzt kommt ja ein neues Katalogisierungsformat: Da sind die, die für die Bestanderschließung zuständig sind, gefordert. Ich kann mir meine Zeit gut einteilen, das gilt auch für die Besetzung der Öffnungszeiten: Wir haben neun Stunden offen, jede Woche. Für jede Stunde Öffnungszeit rechnet man nach nationalen wie internationalen Standards   drei Stunden Hintergrundarbeit: Die Bücher müssen ausgewählt, systematisiert, katalogisiert und entlehnfertig gemacht werden. Vor jeder Veranstaltung gestalten wir den Raum, schreiben die Einladungen, machen davor und danach Öffentlichkeitsarbeit, die Buffets machen sich auch nicht von allein. Autoren abzuholen ist selbstverständlich und natürlich auch eine Freude. Aber es ist alles Zeit und auch Arbeit, egal, ob sie nun bezahlt oder im Ehrenamt geleistet wird.“ 

Das Team freut sich über die Anerkennung der Bevölkerung: „Auch Leute, die nicht bei uns lesen, schätzen das Angebot, kommen zu Veranstaltungen oder bringen ihre Enkel zu Lesungen, viele kommen mit den Kindern und schmökern dann selbst in den Neuerscheinungen. Wir haben ja Öffnungszeiten, damit auch Besucher kommen können: Man muss nichts entlehnen, kann sich aber gern bei uns aufhalten, Zeit für ein Gespräch, das haben wir, diese Zeit nehmen wir uns immer.“ 

30 Jahre Ehrenamt

Die Bibliotheken im Tiroler Teil zeichnen sich durch gute Zusammenarbeit und Zusammenhalt aus, da fährt man gemeinsam zu Tagungen nach Innsbruck und Salzburg. „Wir reden uns zusammen, es ist auch lustiger, gemeinsam zu Fortbildungen zu fahren, da weiß man auch gleich, wie die anderen das Neue umsetzen.“ 2018 sind es 30 Jahre, die Karin Ralser ehrenamtlich für das Lesen, die Leserinnen und Leser, für die Gemeinde und Pfarre (Büchereiträger) arbeitet. „Wir haben mit knapp 900 Büchern begonnen, jetzt sind 4.000 Bücher beziehungsweise Medien im Umlauf, die Besucherzahl steigt konstant: Die Brixener Bibliothek ist wirklich ein sozialer Treffpunkt im Ortskern geworden.“ 

Foto: Seit 30 Jahren engagiert sich Karin Ralser ehrenamtlich fürs Lesen, die Leserinnen und Leser, die Gemeinde und Pfarre. Die Menschen schätzen das Angebot der Bibliothek. Foto: Repolust