Mesner sind „Hüter der heiligen Orte“

Jubiläum.  Sie sind die guten Geister eine Pfarre: Die Mesnerin oder der Mesner, wie sie auf gut österreichisch heißen. Vergangene Woche feierten ihre Gemeinschaften in Salzburg ihre Jubiläen. Denn die Österreichische Mesner Gemeinschaft wurde vor 50 Jahren in Maria Plain gegründet. Und die Mesner Gemeinschaft in der Erzdiözese Salzburg gibt es bereits seit 70 Jahren.

Salzburg. In der Basilika Maria Plain kamen deshalb rund 300 Mesnerinnen und Mesner aus allen Diözesen Österreichs und aus Südtirol zusammen, um mit Erzbischof Franz Lackner den Festgottesdienst zu feiern. Lackner, der in der Bischofskonferenz die Anliegen der Mesnerinnen und Mesner vertritt, würdigte in seiner Predigt die Arbeit der Mesner, die sich meist ehrenamtlich um den Kirchenraum sorgen: „Ihr Mesner und Mesnerinnen seid die Hüter dieser unserer Kirchen.“ Die Kirche aber sei der Ort, in dem Gottes Name geheiligt wird, „der Raum, in dem viele Menschen zur Ruhe kommen“.

Der Vorsitzende der Österreichischen Mesner Gemeinschaft, Sepp Fink aus der Diözese Graz-Seckau, hob die wichtige Begleiterrolle der Mesner hervor: „Wir Mesner bekommen viel mit. Wir sind die Ersten und die Letzten in der Kirche, wir sind immer da, in freudigen Momenten wie Taufe und Hochzeit, aber auch bei traurigen Anlässen wie etwa bei Todesfällen.“ 

Dies unterstrich auch Salzburgs Generalvikar Mag. Roland Rasser in seinem Vortrag über „Unsere Kirchen als offene und einladende Orte der Begegnung“. Jede Kirche müsse ein Haus Gottes und ein Haus der Menschen sein. Als Haus für die Menschen sei es etwa Gasthaus, ein Ort der Labung für die Seele und zum Feiern der Feste der Menschen. Gerade ein Gasthaus solle das Willkommensein signalisieren und dafür sorgten wesentlich die Mesnerinnen und Mesner.

Gasthaus – Bahnhof – Krankenhaus

Die Kirche sollte auch ein Bahnhof sein, für uns Reisende, die ein – ewiges – Ziel haben. Besonders auch für Menschen, die nicht sicher seien, wie ihr Weg weitergehe, müsse die Kirche offen sein. Dabei gehe es oft auch um das Anschlussfinden für die nächste Wegstrecke, um das Ankommen oder auch das Abschiednehmen. Und Bahnhöfe seien auch Verschubstellen für Lasten, die uns vielleicht auch abgenommen werden oder wo jemand bereit ist, mitzutragen.

Schließlich müssten sich Kirchen auch als Krankenhaus verstehen, als Ort, in dem nicht nur Kranke seien, sondern auch Menschen, die bereit sind mitzuleiden. Wie ein Krankenhaus habe eine Kirche auch Heilmittel anzubieten; und sie biete ambulante oder auch stationäre Betreuung. Jede Pfarre habe auch „Sorgenkinder“ zu betreuen, die immer wieder kämen, denn: Nicht alles sei lösbar. Aber Gott ist der, der verzeihen kann, sagte Generalvikar Rasser.  

Der Anteil der Mesnerinnen und Mesner daran, dass eine Kirche diese gleichnishaft beschriebenen Aufgaben erfüllen könne, sei groß. Dafür gebühre ihnen besonderer Dank, so Rasser abschließend.

 

„Behüten-begegnen-bekennen-bewegen“

Unter diesem Motto stand die Feier des 50-Jahr-Jubiläums der Österreichischen Mesner Gemeinschaft. Dieser gehören in den neun Diözesen Österreichs sowie in Bozen-Brixen (Südtirol) rund 4.000 Frauen und Männer an. Der Mesner Gemeinschaft der Erzdiözese Salzburg gehören rund 550 Mesnerinnen und Mesner an. Sie bewältigen in den Pfarren ein vielfältiges und breit gestreutes Aufgabenfeld, das vom Aufsperren der Kirchentür, der Betreuung des Schriftenstandes über die Reinigung der Kelche und Gefäße bis zum Vorbereiten von Andachten, Taufen oder Hochzeiten reicht. Wer den Mes­nerdienst übernehmen will, sollte eine positive Einstellung zu Glaube und Kirche mitbringen, Freude am liturgischen und sakralen Dienst, eine abgeschlossene Berufsausbildung (möglichst in einem handwerklichen Beruf), Teamfähigkeit, selbstständiges Arbeiten, Verlässlichkeit und Ehrlichkeit und Bereitschaft an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten mitbringen, sind sich Urban und Giglmayr einig.

 

Fotos (eds): Aus allen Diözesen Österreichs und aus Südtirol kamen Mesnerinnen und Mesner nach Maria Plain, um mit Erzbischof Franz Lackner das 50-Jahr-Jubiläum ihrer Gemeinschaft zu feiern.