Missbrauch mit dem Missbrauch

Schutz vor ungerechtfertigter Missbrauchs-Beschuldigung von Priestern und Mitarbeitern 

Die Kirche sollte sich außer um Prävention von Missbrauch und Opferschutz dringend auch um den Schutz vor ungerechtfertigter Missbrauchs-Beschuldigung von Priestern und Mitarbeitern kümmern. Das hat der Psychiater Reinhard Haller bei der Tagung „Sex & Crime“ des Instituts für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie angemahnt. „Es gibt auch Missbrauch mit dem Missbrauch“, so der Gerichtspsychiater, der auch der Unabhängigen Opferschutzkommission angehört. Seiner Erfahrung zufolge würden zu Unrecht des Missbrauchs Beschuldigte von der Kirche meist alleine gelassen. „Alle internationalen Untersuchungen zeigen, dass 30 Prozent der Anzeigen wegen Missbrauchs Fehlanzeigen sind“, erklärte Haller; er könne dies aus seiner eigenen beruflichen Erfahrung bestätigen. Für die Beschuldigten sei eine fälschli-che Anzeige folgenschwer: Betroffene von Beschuldigungen hätten kaum Chancen auf Verteidigung. Psychiater Reinhard Haller: „Es gibt keine wirksamere Form der sozialen Hinrichtung als jemand des Missbrauchs zu beschuldigen.“ Denn zum Schluss heiße es: „Irgendwas wird schon gewesen sein.“ kap