„Mit dem Herzen tun“

Elisabethinum. Am Namenstag der Schulpatronin, Elisabeth von Thüringen, feierte die Katholische Privat-
schule Elisabethinum in St. Johann ihren 100. Geburtstag.  Dem Weitblick der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen und ihrer Gründerin Theresia Zechner ist es zu verdanken, dass bis heute tausende Schülerinnen am  „Lisei“ – wie die Schule im Pongau liebevoll genannt wird – Bildung mit Kompetenz, Freude und Herz vermittelt bekommen.  350 Schülerinnen und ein Schüler besuchen heute die private Höhere Lehranstalt und Fachschule für wirtschaftliche Berufe. 

St . Johann/Pongau. Mit der Schulgemeinschaft freuten sich zahlreiche Ehrengäste, Vereine, Absolventinnen und Erzbischof Franz Lackner, der beim Dankgottesdienst den Schülerinnen mitgab:  „Lernt für euer Leben, das einzigartig ist.“ In seiner Predigt erinnerte er auch an die heilige Elisabeth: „Ihr standen viele Türen offen, doch sie wollte für die Armen da sein.“ Lackner forderte die jungen Menschen auf, sich nach ihrem Vorbild in den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft einzusetzen – und zwar mit dem Herzen, denn das sei es, was gläubige und liebende Menschen als „Mehrwert“ zu  geben hätten. „Es mit dem Herzen tun – darauf kommt es an.“  

Genau um diese „Herzensbildung“ – die im Alltag gleichberechtigt neben allen Unterrichtsfächern stehe – geht es Direktorin Chris-tina Röck. „Wir geben den Schülerinnen jene Fähigkeiten mit, die von ihnen im Beruf erwartet werden. Wir ermutigen sie aber auch zum Fragen und Reflektieren.“ In diesem Sinne möchte das Elisabethinum nicht nur Lernort, sondern „Lebensraum und Heimat“ sein.  Danke sagte Röck in ihrer Rede den Halleiner Schwestern Franziskanerinnen (HSF), die das Elisabethinum aus der Taufe hoben. „Die Schwestern starteten mit 20 Schülerinnen. Heute haben wir 16 Klassen.“ Seit 1917 sei die franziskanisch motivierte Bildung eine Erfolgsgeschichte,  „die wir fortsetzen möchten – die nächsten 100 Jahre“.

„Lisei“ – Schule fürs Leben

„Für wen gehe ich?“ Dieser Gedanke sei Ordensgründerin Maria Theresia Zechner sehr bewusst gewesen. „Sie wusste, dass gerade in der
damaligen Zeit die Mädchen Bildung brauchten, dafür schlug ihr Herz und daraus erwuchs die Schule“, unterstrich Sr. Emanuela Resch in ihrem Festvortrag. Die Generaloberin der Halleiner Schwestern Franziskanerinnen blickte auf die Meilensteine wie den Neubau 1978 und resümierte: „Zu wissen, für wen man geht, hat uns immer wieder Schritte tun lassen.“ So haben die Schwestern im 100sten Jahr ihres Wirkens in St. Johann das Elisabethinum „voll Vertrauen und Dankbarkeit“ der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ) übergeben.  „Der Fortbestand ist gesichert und so bleibt der unermüdliche Einsatz der Schwestern weiterhin fruchtbar“, versprach VOSÖ-Vorsitzender Rudolf Luftensteiner. 

Den runden Geburtstag feierten zahlreiche „Lisei“-Absolventinnen mit wie die ORF-Moderatorin Iris Köck, die durch das Programm im Kongresshaus führte. Annelore Huber aus Flachau gehört zum „Jubiläumsjahrgang 1967“. Sie erinnerte sich an ihre Schulzeit: „Das Elisabethinum hat mich sehr geprägt. Es war eine Schule fürs Leben.“  

Fotos (Atelier Wolkersdorfer/ibu): 100 Jahre Elisabethinum: Der Festtag begann mit einem Dankgottesdienst in der Stadtpfarrkirche St. Johann. Nach einer Agape im voradventlichen Schneegestöber ging es weiter ins Kongresshaus. Die Schülerinnen sangen und schauspielerten und schenkten jedem Gast eine Rose (angelehnt an das Rosenwunder der hl. Elisabeth). Im Bild unten l.: Erzbischof Franz Lackner, Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Direktorin Christina Röck mit Schülerinnen und dem einzigen Schüler des Elisabethinums, Lazar Milisavljevic.