Mit der Bibel in eine gedeihliche Zukunft

Laudato si. Die ökologische Um-kehr braucht alle Kräfte: Wissenschaft und Technik genauso wie Kultur und Kunst, Spiritualität und Religion.

Johann Neumayer, Umweltreferent der ED

Salzburg. Dei der ökologischen Umkehr geht es nicht nur um kurzfristige Optimierungen oder Effizienzsteigerung. Das wäre nur Symptombekämpfung. Papst Franziskus beharrt darauf, dass die Rettung der Erde nur gelingen kann, wenn es zu einer ökologischen Umkehr kommt, die die Grenzen des Ökosystems Erde respektiert. Die gerechte Verteilung der Güter und die Abkehr von rein profitorientiertem Handeln und dem Streben nach immer mehr sind weitere Grundbedingungen für eine gedeihliche Zukunft.

Die biblische Tradition liefert eine Fülle an Bausteinen für ein zukunftsfähiges Verhalten. Zum Ersten ist es die Anerkennung der eigenen Grenzen, die sich auch aus der Tatsache ergeben, Geschöpf zu sein. Nur die Anerkennung der Grenzen erlaubt es, den Spielraum der Freiheit auszuschöpfen. „Wir sind nicht Gott. Die Erde war schon vor uns da und ist uns gegeben worden“ (LS 67) schreibt Papst Franziskus lapidar.

Die Bilder vom Garten Eden, von der Benennung der Lebewesen und vom Zueinander der Geschöpfe sind voller Symbolgehalt für einen adäquaten Umgang mit der Schöpfung. Wer gärtnert und anbaut, weiß vom Zusammenspiel von Arbeit und vom Sich-Beschenken-lassen. Eine Fülle weiterer Texte aus dem Alten und Neuen Testament haben bei aller Verschiedenheit doch einen gemeinsamen Duktus:

☛ Die Schöpfung und damit auch das je eigene Leben sind Geschenk und damit wertvoll.

☛ Weil alle Geschöpfe des einen Gottes sind, sind alle in Gemeinschaft verbunden. Niemand kann aus dieser Gemeinschaft heraustreten.

☛ Der Anspruch auf Gerechtigkeit gründet in der gemeinsamen Bestimmung der Güter für den Lebensunterhalt aller Menschen, von denen alle gleich wertvoll vor dem liebenden Vater sind.

☛ Zuletzt wird die Schöpfung ihre Vollendung bei Gott finden.

Die Bibel liefert damit kein Rezept, aber einen Orientierungsrahmen, der helfen kann, aus den Verkürzungen und Verstrickungen einer Haltung herauszukommen, die die Welt nur mit den Augen des Profits sieht und anstelle Gottes den Götzen Wachstum setzt.

Die Welt ein wenig „enkelfitter“ gestalten – das tut Bio-Pionier Leopold Prenninger bereits seit Jahrzehnten, hier mit Enkel Vincent. Foto: privat