Mitten in der Welt

Sechs Jesuiten aus Österreich und Deutschland weihte der Linzer Diözesanbischof Manfred Scheuer in der Innsbrucker Jesuitenkirche zu Priestern. Einer der Neupriester ist der Salzburger Robert Deinhammer.

Innsbruck. Der österreichische Jesuitenprovinzial Bernhard Bürgler wies beim Festgottesdienst darauf hin, dass es die erste gemeinsame Priesterweihe von Deutscher und Österreichischer Jesuitenprovinz seit mehr als 300 Jahren war. 

Bischof Scheuer ging in seiner Predigt auf den Dienstcharakter der ignatianischen Spiritualität ein. „Nicht begrenzt werden vom Größten und dennoch einbeschlossen im Kleinsten, das ist göttlich“, zitierte er die Grabinschrift des Jesuitenordengründers Ignatius von Loyola aus dem 16. Jahrhundert. Gott lasse sich mitten in der konkreten Welt und im Dienst für andere finden. Er bitte die Jesuiten um Stellvertretung im christlichen Sinn:  „Dass sie stellvertretend Räume der Gastfreundschaft, des Gebetes, der Liebe und der Hoffnung offen halten, Menschen mitnehmen auf ihrem Weg, helfen, die Lasten der Menschen und der Kirche zu tragen“. Jesuiten könnten den Glauben auch in fremden Milieus vertreten, so Scheuer. „Beweglichkeit und Flexibilität gehören zu eurem Charisma.“ 

Neupriester aus Salzburg

Der 39-jährige Jesuitenpater Robert Deinhammer aus Salzburg war der einzige Weihekandidat aus der Österreichischen Jesuitenprovinz. Mit Markus Dreher SJ (41) aus Württemberg, Stefan Hofmann SJ (38) aus der Oberpfalz, Marco Hubrig SJ (35) aus Sachsen, Simon Lochbrunner SJ (33) aus Schwaben sowie Hans-Martin Rieder SJ (36) aus Niederbayern kommen fünf Neupriester aus der Deutschen Jesuitenprovinz.

Der 1977 geborene Deinhammer verbrachte seine Kindheit und Jugend in Salzburg. „Als Teenager war ich bewusster Agnostiker, aber philosophisch und religiös interessiert“, so der Neupriester im Rückblick. Erstmals kam er als Grundwehrdiener beim Bundesheer auf den Gedanken, Priester zu werden. Allerdings studierte er zuerst Philosophie und Rechtswissenschaften. 

Robert Deinhammer arbeitete als Vize-Rektor im Collegium Canisianum und Lehrbeauftragter an der Universität Innsbruck. Die letzten drei Jahre studierte er Theologie in London und arbeitete als Diakon. Nach der Priesterweihe wird er ein Habilitationsprojekt in Philosophie beginnen und in Innsbruck im Seelsorgeraum der Pfarren Allerheiligen und Kranebitten mitwirken.        
kap

Bilder (Stuebner/Bargehr SJ): Bischof Manfred Scheuer weihte Robert Deinhammer und fünf weitere Jesuiten in Innsbruck zu Priestern.