Nach Fünffach-Mord: Ganze Pfarre trauert

Wie Kitzbühel mit der Tragödie umgeht

KITZBÜHEL. „So etwas hat Kitzbühel noch nie erlebt“, sagt Pfarrer Michael Struzynski im Gespräch mit dem Rupertusblatt. Ein junger Mann soll fünf Menschen erschossen haben. Struzynski ist fassungslos. Am Telefon ringt er nach Worten, um zu beschreiben, was in der Tiroler Pfarre vorgeht. Am vergangenen Sonntag kam es in der ansonsten beschaulichen Stadt, in der Promis und Sportveranstaltungen für Aufregung sorgen, zu dem verheerenden Eifersuchtsdrama. Ein 25 Jahre alter Kitzbüheler soll eine ganze Familie ausgelöscht haben – Vater (59), Mutter (51), Sohn (25) und Tochter (19) sowie deren 24-jährigen Freund. Motiv dürfte Eifersucht gewesen sein, weil die junge Frau den mutmaßlichen Täter verlassen und einen neuen Partner hatte.

Pfarrer ist im Dauereinsatz

„Ich kenne alle, die Opfer, aber auch den Mann, der das getan haben soll. Und seine Familie. Sie waren zur Erstkommunion oder Firmung bei mir“, erzählt der Pfarrer. Seine Aufgabe sei es nun, als Seelsorger da zu sein – rund um die Uhr. Sein Handy schaltet Struzynski deshalb auch in der Nacht nicht aus.
Er warte auf die Freigabe der Leichen. „Wir hoffen auf eine Beerdigung am Montag. Die ganze Pfarre hält zusammen.“ Für das Eishockey-Team plant der Seelsorger einen Gottesdienst, damit die Sportler von ihrem Freund und Kollegen, dem 24 Jahre alten Todesopfer, Abschied nehmen können. 

Der Fünffach-Mord bewegte auch Erzbischof Franz Lackner. „In Kitzbühel hat sich eine Tragödie ereignet, die uns ohnmächtig zurücklässt; eine sinnlose und unbegreifliche Tat. Gebet und Mitgefühl gelten den Angehörigen und Freunden der Opfer“, teilte er in einem Eintrag auf der Internet-Plattform Facebook mit.

 

Foto: Extreme Lage. Pfarrer Michael Struzynski kümmert sich um eine Pfarre unter Schock. (c) Pfarre