Nahe dran an den jungen Menschen

Ansprechpartner. Es gibt Situationen im Leben, in denen wir mit jemanden reden möchten. Manchesmal brauchen wir jemanden, dem wir Sorgen und Ängste anvertrauen können. In der Schule sind Vertrauenslehrerinnen und -lehrer die richtige Adresse. Sie haben offene Ohren, wenn es um Schwierigkeiten in der Klassengemeinschaft geht, Konflikte mit den Eltern oder Mobbing. 

Salzburg. „Mittlerweile haben fast alle Schulen VertrauenslehrerInnen. Häufig sind es Kolleginnen oder Kollegen, die Religion unterrichten. Sie sind nahe dran an den jungen Leuten“, weiß Ingrid Donner-Lebitsch. Sie ist selbst Religions- und Vertrauenslehrerin an einem städtischen Gymnasium und als Zuständige an der Kirchlich Pädagogischen Hochschule – Edith Stein hat sie vor kurzem wieder eine Ausbildung organisiert. „Gemeinsam mit dem Landesschulrat Salzburg, der Pädagogischen Hochschule, der Ärztekammer und der Polizei“, erklärt sie. Am Stundenplan im Bildungszentrum Borromäum standen Gewalt-, Gesundheits- und Suchtprävention.
Für Donner-Lebitsch war der Austausch der unterschiedlichen Berufsgruppen besonders spannend. „Durch die gemeinsame Schulung sind LehrerInnen, SchulärztInnen  und PolizistInnen vernetzt und können an den Schulen besser zusammenarbeiten.“

Zuhören und vertrauensvoll beraten 

Über die KPH – Edith Stein haben bereits 60 ReligionslehrerInnen die Seminarreihe absolviert. Sie sind neben ihren normalen Unterrichtsstunden bei diversen Sorgen für ihre SchülerInnen da. „Alle machen das ehrenamtlich“, unterstreicht Donner-Lebitsch, die festhält, dass die Kinder und Jugendlichen in den vergangenen Jahren nicht „schwieriger“ geworden seien. Festzustellen sei eine Verschiebung der Problemlagen hin zu Cybermobbing oder Extremismus. „Was tue ich, wenn jemand in eine extremistische Gruppe gerät? Wie erkenne ich das frühzeitig?“ Das seien relativ neue Fragestellungen. „Dazu gehört auch bedenkliches Essverhalten“, fügt Alexandra Gassner-Berger hinzu, die von Kalorien zählenden Mädchen aus der Unterstufe berichtet. Aufmerksam sein, zuhören, Hilfestellung geben und bei Bedarf zu Expertenstellen vermitteln seien in der Praxis die wesentlichen Aufgaben, so Gassner-Berger, die sich das Rüstzeug für ihr Vertrauenslehrerinnen-Dasein beim Ausbildungskurs holte.        

Foto (Anne Garti/pixelio.de): Probleme in der Klasse oder Streit in der Familie –  VertrauenslehrerInnen haben für alle Nöte ein offenes Ohr. Sie vermitteln ihren Schützlingen auch: Sich Hilfe holen ist ein Zeichen von Stärke.