Neue Blickwinkel und die Idee fürs weitere Leben

„Matura, was nun? Wie sieht meine Zukunft danach aus? Diese Fragen stellte ich mir vor genau zwei Jahren“, berichtet Christina Hanl vom Anfang ihres Freiwilligen Sozialen Jahres, bei dem sie auch Antworten fand. 

Mittersill. Während alle von ihren Traumstudien und Jobs erzählten, die sie nach der Schule beginnen wollten, suchte ich planlos nach dem passenden Studium für mich. Fündig wurde ich jedoch nicht. Stattdessen stieß ich nach dem Ratschlag meiner Mutter auf die Homepage des FSJ Salzburg und war sofort daran interessiert. Nach kurzer Überlegung sendete ich meine Bewerbung ab und wurde auch zum Vorstellungsgespräch nach Salzburg eingeladen. 

Bei einem Vormittag voller Gespräche, Informationen, Präsentationen und Befragungen wurde mir das Caritas-Tageszent-rum Mittersill vorgeschlagen, eine Kreativwerkstätte für Menschen mit Behinderung. Auch wenn ich mich am Anfang nicht in diesem Bereich sah, spätestens nach dem Schnuppertag in der Einrichtung wusste ich, ich möchte hier die zehn Monate meines Freiwilligen Sozialen Jahres verbringen. Am 3. Oktober 2016 war es dann so weit: Mit einem fünftägigen Seminar in Eben startete mein FSJ. Waren mir am Anfang die vielen Gesichter noch fremd, entwickelten sich schon am ersten Tag Freundschaften und ich entdeckte auch viele Gemeinsamkeiten und Interessen. Wir wurden in Kleingruppen aufgeteilt, lernten uns noch besser kennen und wurden durch Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung, Facheinführungen und Gruppenspiele in die verschiedenen Berufsbereiche eingeführt. 

Es geht los!

Nach dem ersten Seminar startete ich im Caritas-Tageszentrum und wurde dort auch sehr freundlich empfangen. Ich gewöhnte mich schnell an die Arbeit, lernte jeden Tag neue Dinge und auch die Klienten von Tag zu Tag besser kennen. Meine Arbeiten waren sehr vielseitig und reichten von Pflege und Hygiene über Hilfestellungen bei der kreativen Arbeit (zum Beispiel gemeinsam einen Pinsel zu halten) bis hin zur Hilfe in der Küche. Auch verschiedene Ausflüge (zum Beispiel ein entspannter Tag in der Therme oder Spaziergänge in der Ortschaft) standen auf dem Programm. Regelmäßige Gespräche mit meiner Chefin sowie Teamgespräche und Supervisionen begleiteten mich übers Jahr. Egal ob Höhen oder Tiefen, meine Kolleginnen standen mir immer zur Seite und ermöglichten mir zehn unvergessliche Monate. 

Die Zeit verging wie im Flug und die zweite und dritte Seminarwoche im Jänner und April waren schon wieder vorbei, ehe sie begonnen hatten. Wir wurden wieder mit Fachbegleitung, Supervision, Selbsterfahrung und Persönlichkeitsentwicklung durch die beiden Wochen begleitet und hatten auch die Möglichkeit an Workshops für Erste Hilfe, Selbstverteidigung und viele andere spannende Themen teilzunehmen. Auch der Austausch mit den anderen FSJ-Teilnehmer/innen sowie Einzelgespräche über die Einsatzstelle waren äußerst spannend und hilfreich. Im letzten Seminar Ende Juni gestalteten wir gemeinsam unseren Abschluss, reflektierten unser Jahr und schmiedeten Zukunftspläne. Auch in der Einrichtung hieß es bald Abschied nehmen und einen neuen Weg einzuschlagen. Den hatte ich in meinem Freiwilligen Sozialen Jahr endlich gefunden. 

Ein neues Ziel

Ich studiere derzeit Pädagogik in Graz und möchte gerne das Psychologie-Studium absolvieren, für das ich mich diesen Sommer wieder bewerbe. Durch das FSJ habe ich gemerkt, dass ich mit Menschen zusammenarbeiten und ihnen in schwierigen Situationen beistehen möchte, weshalb ich mich für diesen Weg entschieden habe. Generell habe ich sehr viele Erfahrungen aus diesem Jahr mitnehmen können und habe auch einiges über mich selbst gelernt. Ich empfehle das FSJ jedem nach dem Schulabschluss, da es einem zu einem wichtigen Reifungsprozess hilft, der einem viele Situationen im Leben aus einem anderen Blickwinkel betrachten lässt. 

 

Bildtext: Christina Hanl bereut ihr FSJ in keiner Weise. Die Arbeit mit Beeinträchtigten ist sehr vielseitig. Foto: FSJ

 

TIPP:  Einsatzdauer: 10 oder 11 Monate, Taschengeld: 245,-- Euro/Monat netto, Sozialleistungen, anrechenbar als Zivildienst.

Infos: Tel. 0676/8776 3922, office.salzburg@fsj.at,  www.fsj.at, www.facebook.com/fsj.at