Neue „Königin“ erklingt

Das Patrozinium am 25. Juli, die Faistenauer Pfarrkirche ist dem hl. Jakobus d. Ä. geweiht, bot den würdigen Rahmen für ein „Jahrhundertereignis“: die Weihe der neuen Orgel.

Faistenau. Mit der Weihe der Orgel durch Weihbischof Hansjörg Hofer wurde die „Königin der Instrumente“ offiziell in den Dienst der Kirche genommen und unter den Segen Gottes gestellt. Er erinnerte dabei an das Zweite Vatikanische Konzil, wo es im  Dokument über die heilige Liturgie heißt: „Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in hohen Ehren gehalten werden.“ Eine Pfarre, die sich eine neue Orgel „leis-te“, weiß offensichtlich, was ihr der christliche Glaube wert ist. „Denn die Anschaffung einer neuen Orgel ist letztlich Ausdruck und Zeichen des Glaubens. Insofern feiern wir zwar Orgelweihe, aber wir feiern in erster Linie Ihren Glauben und Ihre Bereitschaft, sich diesen Glauben auch etwas kosten zu lassen, rief Weihbischof Hofer den zahlreich erschienenen Faistenauern zu: „Gott zur Ehr, der Gemeinde zur Freud und euch zum Heil!“

Die neue Orgel ist das vierte Instrument in der Geschichte der Flachgauer Pfarre. Die erste Orgel wurde erst 1825 von Karl Mauracher auf der Seitenempore im Altarraum errichtet. 1863 fertigte Matthäus Mauracher ein neues Instrument das auf der Westempore aufgestellt wurde. Die vordere Orgel wurde abgetragen. Nach dem zweiten Weltkrieg erbaute die Firma Dreher&Flamm eine neue, pneumatische Orgel, die schließlich wegen unbehebbarer Störanfälligkeit aufgegeben werden musste. 82 Pfeifen, die noch von den beiden Mauracher-Orgeln stammten, wurden aber in das Konzept für die neue Orgel eingearbeitet und führen so die Faistenauer Orgelgeschichte weiter. Und auch beim Gehäuse aus Eichenholz und dem Dekor der Schleierbretter wurde auf die historische Situation der Orgel-empore Rücksicht genommen. 

Pfarrprovisor P. Clement Temba CSSp vom Orden der Spiritaner dankte allen, die sich um dieses „Jahrhundertprojekt“ verdient gemacht haben. Dank großzügiger Spenden und freiwilliger Leistungen werde die neue Linder-Orgel in Faistenau noch viele Generationen begeistern.  red

 

Bildtext: Große Freude über das erfolgreiche Projekt: PGR-Obmann Bernhard Hirscher, Vorsitzender des Orgelkomitees Matthias Klaushofer, Weihbischof Dr. Hans-Jörg Hofer, Bürgermeister Josef Wörndl, Orgelbaumeister Alois Linder, Landesvertreter Dr. Josef Schöchl, Organist Roman Schmeißner (v. l.) Foto: Pfarre/Klaushofer