Neuer Bischof für St. Pölten

Alois Schwarz wird neuer Bischof von St. Pölten.  Er freue sich auf ein „Miteinander in der Diözese St. Pölten, dass wir gemeinsam die Zeichen der Zeit wahrnehmen und die Freude des Evangeliums spürbar wird“, betonte Bischof Schwarz.

St. Pölten. „Es geht um Evangelisierung und eine lebensnahe Pastoral“, sagte Bischof Schwarz (65) bei der ersten Pressekonferenz nach seiner Ernennung. Eine besondere Bedeutung misst der Bischof dabei nach wie vor einem dichten Pfarrnetz zu. Pfarren seien „Hoffnungsorte des Lebens“, und die Pfarrkirchen gerade am Land die „letzten Nahversorger für die Seele“. Er wolle an dieser engmaschigen Basisstruktur festhalten und gleichzeitig „experimentierfreudig“ sein. 

Die gesellschaftliche Säkularisierung bewertete er eher als Chance denn als Bedrohung, „wenn wir mit Leidenschaft für Gott die Vielfalt des Lebens wahrnehmen“. Er wünsche sich dabei eine Kirche, „in der sich die Menschen in ihrer Würde angenommen wissen“. Gleichzeitig müsse die Kirche mit ihrer christlichen Botschaft die „Menschen in den Strömungen der Moderne davor bewahren, dass sie sich selbst schaden und zerstören“. Religion und Kultur sollten weiterhin ineinander gehen, „wenn das gelingt, geben wir den Menschen eine innere Kraft“. Die Diözese St. Pölten bringe für all das sehr gute Voraussetzungen mit.

„Ich begrüße die Entscheidung von Papst Franziskus und heiße Bischof Alois herzlich willkommen“, erklärte der bisherige Ortsbischof Klaus Küng. Der 77-Jährige, der seit seinem altersbedingten Rücktrittsangebot bis zur Nachfolgeregelung im Amt blieb, freue sich, „die Leitung in jüngere Hände legen zu können“. Küng stand 14 Jahre an der Spitze der Diözese St. Pölten. Die feierliche Amtsübergabe findet am Sonntag, 1. Juli, 15.00 Uhr, im St. Pöltner Dom statt.

Erfahrener Bischof

Alois Schwarz wurde am 14. Juni 1952 in Hollenthon in der Buckligen Welt geboren. Nach der Matura trat er in das Wiener Priesterseminar ein und empfing am 29. Juni 1976 seine Priesterweihe. Er wirkte u. a. als Pfarrer in Krumbach sowie ab 1987 als Leiter des Pastoralamtes in  Wien.  1996 wurde Alois Schwarz zum Weihbischof der Erzdiözese Wien und 2001 zum 65. Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt ernannt. In der Bischofskonferenz ist er für Pastoral und Evangelisierung, sowie für Sozial-, Wirtschafts- und Umweltfragen verantwortlich. Außerdem fungiert er als „Sportbischof“ und gehört der Finanzkommission an. 

Foto (Diözese St. Pölten): Lebensnahe Seelsorge stärken sei eines seiner Hauptanliegen, sagte Bischof Alois Schwarz bei seiner ersten Pressekonferenz in St. Pölten. Bischof Klaus Küng (r.) wünscht seinem Nachfolger vor allem „Gelassenheit und Vertrauen“.