Oase der Stille zum Rasten und Auftanken

Ein Zeichen gegen Hektik im Schulbetrieb. Das ist der „Raum der Stille“ an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) Kufstein.

Kufstein. „Der Raum der Stille ist gedacht zum Nachdenken und -spüren; ein Raum der Begegnung und Achtsamkeit, wo Schülerinnen und Schüler genauso wie Lehrerinnen und Lehrer hingehen, um runterzukommen“, erläutert Religionslehrer Peter Salvenmoser das Konzept. Der Raum liege ganz abgelegen, im hintersten Eck des Schulgebäudes. „So wie sich jemand in den Schutz einer Höhle begibt, ist dieser Raum in stürmischen Zeiten als ein Ort zum Rasten und Atemholen gedacht.“ 

Kufstein. Direktor Markus Höfle brachte die Idee zum „Stillen Raum“ vom Besuch an einer deutschen Schule mit. „Der Umsetzung gingen zahlreiche Gespräche und Überlegungen (auch in Stille) voraus. Was sich jetzt so schlicht, einfach, puristisch ohne Firlefanz und Schnickschnack als ,Raum der Stille‘ präsentiert, trägt besonders die Handschrift von Kollege Klaus Weninger“, berichtet Peter Salvenmoser, der seit vielen Jahren als Religions- und Spanischlehrer an der HLW Kufstein tätig ist. Er erinnert sich an die Verwandlung von der Rumpelkammer zum Ort der Stille. Was blieb war der uralte Riemenboden mit seinen Unebenheiten und Unförmigkeiten. „Wer darauf tritt, soll sich wieder geerdet fühlen“, so Salvenmoser, der auch auf die verkürzte Türhöhe verweist. „Spätes-tens wenn Frau oder Mann sich den Kopf am Türstock angeschlagen hat, wird sie oder er aus den Gedanken an Vergangenes oder Zukünftiges in die Gegenwart versetzt.“ Die Möglichkeit, das Zimmer in verschiedenen Farben, in Rot, Blau oder Grün auszuleuchten, sei keine Spielerei, sondern vielmehr die Möglichkeit auf Stimmungen einzugehen.  

Religionsunterricht im „Raum der Stille“  

Der „Raum der Stille“ ist immer zugänglich, Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler können ihn für eine Auszeit besuchen. Salvenmoser plant demnächst den Religionsunterricht einer Klasse an diesen einzigartigen Ort zu verlegen. „Mit einer Gruppe habe ich den Raum schon für eine Traumreise genützt. Alle legten sich hin und dann noch mit dem Licht die passende Atmosphäre …
das kam sehr gut an.“ Und natürlich haben auch humorvolle Gedanken Platz. Die jungen Leute an der HLW setzten sich mit Stille auseinander und recherchierten Sprüche. Einer davon lautet: „Gähnen ist der stille Schrei nach einem Kaffee.“   

Foto (HLW): Zur Stille kommen den Schülerinnen und Schülern der HLW Kufstein ganz unterschiedliche Gedanken wie diese Beispiele zeigen.