Ökologisch und sozial

Laudato si. Es ist geradezu die Kernbotschaft der Enzyklika Laudato si, dass sich die Umweltfrage und die Armutsfrage nicht trennen lassen. Johann Neumayer, Umweltreferent der ED Salzburg. Das hat nach Papst Franziskus drei Gründe: ☛ „Die menschliche Umwelt und die natürliche Umwelt verschlechtern sich gemeinsam …“ (LS 48) ☛ Die Umweltschäden wie Dürren, Meeresspiegelanstieg, Verlust an Ackerboden und sauberem Wasser und die Zerstörung der nachhaltigen Ökosysteme schädigen die Armen, die sich nicht vor den Folgen schützen können, viel mehr als die Reichen. ☛ Papst Franziskus sieht die gleiche Ursache hinter der Achtlosigkeit gegenüber sozialen und ökologischen Problemen: „Diese Probleme sind eng mit der Wegwerfkultur verbunden, die sowohl die ausgeschlossenen Menschen betrifft als auch die Dinge, die sich rasch in Abfall verwandeln.“ (LS 22) Alle Versuche, die sozialen Probleme der Benachteiligten ohne Rücksicht auf die ökologischen Gegebenheiten und Grenzen zum Beispiel durch immer mehr Ressourcenverbrauch zu lösen, sind zum Scheitern verurteilt. Ebenso kann es nicht gelingen und ist zutiefst zynisch, die ökologischen Probleme eines Gebiets ohne Rücksicht auf die dort lebenden Menschen lösen zu wollen. Eine deutliche Abfuhr erteilt der Papst den Argumenten, allein die hohe Geburtenrate in vielen Ländern sei schuld am Elend und an der Überbelastung unseres Planeten: „Die Schuld dem Bevölkerungswachstum und nicht dem extremen und selektiven Konsumverhalten einiger anzulasten, ist eine Art, sich den Problemen nicht zu stellen.“ (LS 50) Manchen mag die Rolle des Bevölkerungszuwachses mit dieser eindeutigen Ansage zu pauschal negiert erscheinen. Doch zeigen z.B. die Berechnungen des Ökologischen Fußabdrucks mit großer Deutlichkeit, wie sehr die globale Umweltzerstörung vom Konsum der Reichen verursacht ist und wie wenig von der Bevölkerungszahl der Armen.

Einen Beitrag zur globalen Gerechtigkeit leistet etwa die EZA mit ihren Handelspartnern in den Ländern des Südens – wie „Handicrafts“, das Frauen in Dhaka zu einem besseren Leben verhilft. Foto: EZA