Ökumene für geeintes Europa

Höhepunkt der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen war in Salzburg der Ökumenische Stadtgottesdienst.

Salzburg. Gastgeber war heuer die Serbisch-Orthodoxe Kirche im Salzburger Stadtteil Liefering. Eröffnet wurde die Woche mit dem Tag des Judentums. In seiner Predigt betonte der Bischof der Serbisch-Orthodoxen Kirche, Andrej Cilerdzic, die Bedeutung der Ökumene und ihrer weltweit agierenden Institutionen – etwa des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf – für die europäische Einheit: „Die Ökumene hilft, dass Europa immer mehr zusammenwächst.“ Das ökumenische Beten für Gerechtigkeit solle Christinnen und Christen an die Berufung aller zum Einsatz für die Schöpfung, die Würde des Lebens und die Einheit der Kirchen in Europa erinnern. „Das gilt sowohl für die Kirchen als auch für jede und jeden in ihrem und seinem persönlichen Leben“, sagte Matthias Hohla, Referent für Ökumene in der Erzdiözese Salzburg. 

Messianische Juden

„Messianisches Judentum – eine Herausforderung für Juden- und Christentum“ war Thema am Tag des Judentums. Menschen, die an Jesus als Messias glauben und ihre jüdische Identität nicht aufgeben wollen, nennen sich messianische Juden. Jüdisch-stämmige Menschen kamen aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion in den 90er Jahren nach Deutschland, erklärte die evangelische Religionssoziologin Stefanie Pfister aus Münster. Viele von ihnen stießen  aufgrund individueller Bekehrungserlebnisse auf messianische Juden und orientierten sich an evangelikalen Gruppen. Aus Sicht eines konservativen Judentums vollzog Rabbinerin Esther Jonas-Märtin eine klare Abgrenzung zu den „messianischen Juden“. Grund dafür sei vor allem deren missionarische Tätigkeit, die Juden und Jüdinnen sektenhaft abwerben. red

Foto1: Den ökumenischen Gottesdienst feierten Generalvikar Pfarrer Martin Eisenbraun (Altkatholisch), Gabriele Rehbogen (Evangelisch-Methodistisch), Bischof Andrej Cilerdzic (Serbisch-Orthodox), Pfarrer Jovan Govidarica (Serbisch-Orthodox), Superintendent Olivier Dantine (Evangelische Kirche AB), Weihbischof Hansjörg Hofer, Erzpriester Dumitru Viezuianu (Rumänisch-Orthodox) und Pfarrer Zoran Vrbaski (Serbisch-Orthodox, v. l.).

Foto: RB/Dantine

Foto2: Sprachen beim 20. Tag des Judentums: Stefanie Pfister, Esther Jonas-Märtin, Marlis Gielen, Susanne Plietzsch und Matthias Hohla (v. l.).

Foto: RB/privat