Ohne Freiwillige geht es nicht

Diakonieseminar: Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit des früheren Caritaspräsidenten Franz Küberl 

Salzburg. „Keine Fehler macht nur der, der nie geholfen hat.“ Ein Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit hielt der frühere Caritaspräsident Franz Küberl vor ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeitenden der Erzdiözese Salzburg. Küberl referierte beim Diakonieseminar in St. Virgil über die „Sprache des Helfens“.

„Man muss die Menschen mögen.“ Das ist laut Küberl die unumgängliche Voraussetzung zum Helfen. Motive des Helfens definierte er mehrere – von religiösen Gründen bis zur „Selbststärkung“. Wobei er Letzteres nicht mit Egoismus gleichsetzen wolle. „Der Helfende gewinnt für sich an Kommunikationsfähigkeit, an sozialen Verbindungen oder Netzwerken. Das ist doch gut.“ 

Küberl berichtete aus seinem großen Erfahrungsschatz als Direktor der Caritas Graz-Seckau und Präsident der Caritas Österreich. Er wisse nur zu gut, dass Hilfe Grenzen hat. Nicht nur einmal sei er mit Situationen konfrontiert gewesen, wo Menschen in furchtbarer Not waren und die Hilfsmittel nicht ausreichten. „Aber aus Grenzerfahrungen kann unter Umständen etwas Neues entstehen. Wichtig ist es, darüber zu reden“, so die Empfehlung des Referenten, der den Anwesenden noch etwas Zentrales mitgab: „Wer anderen hilft, muss Enttäuschungen aushalten. Auch jene, denen geholfen wird, sind nicht vollkommen.“ 

Auftanken für Freiwillige 

Ohne Freiwillige würden pfarrliche, soziale, kulturelle und andere Bereiche um vieles ärmer sein oder gar nicht funktionieren. Dieses Engagement braucht immer wieder einen positiven Antrieb. Genau hier setzte das Diakonieseminar von Seelsorgeamt, Caritas, Kath. Bildungswerk und St. Virgil an und lieferte Anregungen: mit dem Vortrag von Franz Küberl, einem Impuls von Seelsorgeamtsleiterin Lucia Greiner und diversen Workshops.      

Fotos: Das Diakonieseminar als Ort zum Austauschen von Erfahrungen: Was stärkt dich im Ehrenamt? Woher kommt deine Motivation?

Fotos: RB/ibu