Olympiakaplan ist zufrieden

Ein positives Resümee hat der Seelsorger des österreichischen Olympiateams, P. Johannes Paul Chavanne, zu den am Sonntag beendeten Spielen im südkoreanischen Pyeongchang gezogen. „Als Olympiakaplan erlebt man die Hochs und Tiefs des eigenen Teams hautnah mit“, erzählt der Heiligenkreuzer Zisterzienser.

Pyeongchang/Wien. Von den sportlichen Erfolgen gab es in Pyeongchang aus heimischer Sicht viele, waren die Spiele in Südkorea mit 14 Medaillen die drittbesten Spiele Österreichs. Für seine priesterliche Arbeit habe er viel Dank und positive Resonanz bekommen, so der Ordensmann, „von den Athleten, aber auch den Funktionären, Angehörigen, Journalisten und Freiwilligen“. Für all diese Gruppen sei er vor Ort gewesen, „die Tätigkeit unterscheidet sich dabei nicht sehr von einem Pfarrer einer Ortschaft“. Ähnlich verhalte es sich mit der Gläubigkeit der Menschen. Da es bereits seine dritte Teilnahme an Olympia war, sei er nicht nur mit dem Ablauf und der Organisation der Spiele gut vertraut gewesen, sondern habe auch an viele bestehende Kontakte angeknüpft. „Es ist in der Seelsorge ein absoluter Vorteil, bereits viele Menschen zu kennen, da dies einen unkomplizierten Zugang erlaubt.“ 

Besonders freute er sich über den guten Besuch der angebotenen Gottesdienste, in denen er Brücken zwischen dem Evangelium und dem Alltag der Sportler und Funktionäre schlug. Am Aschermittwoch bezeichnete der Olympiaseelsorger etwa die Fastenzeit als ein „großes Trainingslager“ für Körper und Seele: „Man kann auch die Seele trainieren, pflegen und sich bemühen, dass sie stark wird.“ 

Tiefpunkte der 17 Tage in Pyeongchang seien u.a. die Stürze gewesen, von denen auch das österreichische Team nicht verschont blieb. „Von Verletzungen erfährt man schnell im olympischen Dorf oder aus den Medien. Wenn dies möglich ist, geht man als Seelsorger zu den Betroffenen und redet mit ihnen, während Schwerverletzte meist irgendwo in einem Spital sind und möglichst schnell nach Österreich überstellt werden.“ Auch auf die Paralympischen Spiele vom 9. bis 18. März freue er sich bereits: „Die Delegation ist kleiner, die Atmosphäre familiärer und entspannter. Seelsorglich werden auch diese Tage sehr wertvoll.“ kap

 

Bildtext: Sonntagsmesse feierte P. Johannes Paul Chavanne (Mitte) mit österreichischen Olympiateilnehmern. Foto: facebook.com/Johannes Paul Chavanne