Papst wettert gegen Korruption

Papst. Gegen Korruption und für den Dialog der Generationen hat sich Franziskus stark gemacht.

Cesena. „Ihr sollt mit den Alten sprechen, dann werdet ihr revolutionär!“, rief er am Sonntag den vielen jungen Leuten zu, die sich vor der Kathedrale des italienischen Cesena versammelt hatten. Korruption bezeichnete Franziskus als „Archilles-Ferse“ des politischen Lebens. In einer Rede vor Kirchenvertretern ermutigte der Papst Priester zu mehr Leidenschaft bei ihrer Berufung: „Wie oft bekommen die Menschen traurige Priester zu Gesicht“, beklagte der Papst. Und er rief die Geistlichen auf: „Verliert nicht die Freude, Priester zu sein.“

Nach einer Ansprache an die Bürger traf er mit Klerikern, Ordensleuten, Laienvertretern und der Diözesanleitung in der Kathedrale von Cesena zusammen. Weiter waren eine Begegnung mit Kranken und der Besuch einer Pflegeeinrichtung vorgesehen. Er rief zu mehr kirchlicher Sorge um die junge Generation auf: „Dank Gott sind junge Leute lebendiger Teil der Kirche, die nächs-te Jugendsynode bezieht sie direkt ein. Die Kirche zählt auf sie und weiß um ihr großes Potenzial, ihre Begabung zum Guten, zum Schönen, zur wahrhaftigen Freiheit und zur Gerechtigkeit“, merkte er an.

Der Dialog der Generationen könne für Kirche und Gesellschaft fruchtbar sein, führte Franziskus aus. Angesichts einer Jugendkultur, die durch Subjektivität und Selbstbezogenheit bestimmt sei, könne die Kirche den Blick der jungen Menschen für den Nächsten stärker öffnen. Vor allem ältere Menschen und ihre Lebenserfahrung könnten hier Orientierung geben, diese Begegnung müsse die Kirche fördern, appellierte der Papst: „Man muss den Dialog zwischen Jungen und Alten wieder in Gang bringen. Letzterer Berufung geht nicht in Pension, sondern kann die Jugend mit Weisheit unterstützen. Die Alten träumen, die Jungen verändern! Bitte, kümmert euch darum, diesen Dialog zu ermöglichen!“

Neben der Sorge um die Jungen müsse sich die Kirche ebenso um die Familien kümmern, so der Papst: „Um diese Arbeit bittet uns der Herr vor allem in dieser Zeit, einer schwierigen Zeit für die Familie als Institution und Keimzelle der Gesellschaft als auch für die konkreten Familien, die einen großen Teil der Krise tragen müssen, ohne dafür angemessene Hilfen zu erhalten.“ kap

 

Bildtext: Papst Franziskus fand wieder einmal klare und deutliche Worte. Foto: Archiv