Patron des guten Rufes

Johannes Nepomuk, Priester und Märtyrer, gilt als Patron gegen Verleumdung und üble Nachrede. Höchst aktuell im Zeitalter Sozialer Medien wie Facebock oder Twitter. Das Dommuseum Salzburg beherbergt seit kurzem eine umfangreiche Sammlung rund um diesen böhmischen Nationalheiligen mit Salzburg-Bezug. 

 

 

Salzburg. Der hl. Johannes Nepomuk zählt aber auch in der Erzdiözese Salzburg seit jeher zu den beliebtesten Heiligen; nicht zuletzt ist er der dritte Patron der Stadt Salzburg und seine Statuen stehen auf mehreren Brücken. Johannes Welflin oder Wolfflin, wie der Sohn aus einer deutsch-böhmischen Familie eigentlich hieß, um 1350 in Pomuk bei Pilsen geboren, wurde Priester und brachte es bis zum Generalvikar des Prager Erzbischofs Johann von Jenstein. Im Zuge von Machtstreitigkeiten zwischen dem Erzbischof und dem böhmischen König Wenzel IV. um die Errichtung eines neuen Bistums wurde Johannes von Pomuk 1393 verhaftet, gefoltert, schließlich erschlagen und sein Leichnam von der Prager Karlsbrücke in die Moldau geworfen. 

Nach der Legende, die zur späteren Heiligsprechung von Johannes Nepomuk führte, entsprang sein Streit mit dem König nicht dem kirchenpolitischen Konflikt, sondern seiner Weigerung, das Beichtgeheimnis zu brechen. Der Priester habe dem König nicht verraten wollen, was dessen von Wenzel der Untreue verdächtigte Gemahlin ihm anvertraut hatte. Deshalb habe Wenzel ihn foltern und ins Wasser werfen lassen. Als 1719 Johannes‘ Grab geöffnet wurde, fand man einen unverwesten Geweberest in der Mundhöhle. Die Zunge, war man sich sicher, und sah darin die himmlische Bestätigung der Wahrung des Beichtgeheimnisses. So wurde Johannes Nepomuk 1721 von Papst Innozenz XIII. selig- und am 19. März 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen.

Damit begann ein Reliquienkult, betrieben vor allem vom Jesuitenorden. Der heilige Nepomuk aber erlangte große Popularität bei allen Bevölkerungsschichten, als Nothelfer gegen Wasser- und Reisegefahren, insbesondere aber als Patron gegen Verleumdung und üble Nachrede.

Prälat Johannes Neuhardt organisierte 1973 im Dommuseum eine Ausstellung über den Heiligen; und setzte durch, dass die vermeintliche Zunge des Johannes Nepomuk histologisch untersucht wurde. Der medizinische Befund ergab, es ist nicht die Zunge, sondern ein Stück Kleinhirn, das beim tödlichen Schlag einst in die Mundhöhle gelangte. Zum Jubiläum der Seligsprechung 2021 plant das Dommuseum eine große Ausstellung, und ist dafür bestens gerüstet. Denn es verfügt nun über mehr als 1.300 neue Exponate rund um Johannes Nepomuk. Der Innsbrucker Kunsthistoriker und Priester Norbert Möller überließ seine Privatsammlung dem von seinem Freund und Studienkollegen Neuhardt gegründeten Dommuseum.  

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Bildtext: Prälat Johannes Neuhardt mit seinem Namenspatron.