Pfarren sind offen für Innovationen

Reformprozesse laufen derzeit in allen Diözesen Österreichs. Pfarren werden zu Verbänden zusammengeschlossen, Seelsorgeräume geschaffen oder gleich ganze Dekanate abgeschafft.

Salzburg. Solche Prozesse laufen nicht ohne Widerstand ab, letztlich kommt es jedoch darauf an, dass die Reformen nicht als Reduktion verstanden werden, sondern als Innovationsprozesse. Das hat der US-Pastoral-Vordenker, Pfarrer Michael White, beim Innovationsforum „PfinXten 2017“ in St. Virgil unterstrichen. An dem Innovationsforum nahmen über 60 kirchliche Führungskräfte aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und der Schweiz teil. Michael White ist Pfarrer der Church of Nativity in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland und Autor des Buches „Rebuilt“.


Prinzipiell erlebe er die Pfarren in Österreich nicht als Innovationshemmnis, sondern ganz offen für Neuaufbrüche und Innovationen. „Meine Erfahrung ist, dass die Menschen hier sehr offen sind für Innovationen.“ Es werde daher auch wieder Wachstum in der Kirche geben, zeigt sich White überzeugt: „Wachstum im Sinne der Früchte, von denen Jesus so oft gesprochen hat. Früchte sind Menschen, die sich zur Nachfolge Jesu entscheiden und als Gottes Volk die Welt von heute mitgestalten.“


Auch wenn Österreich und die USA aufgrund ihrer unterschiedlichen Geschichte und unterschiedlichen religiösen Entwicklung nicht direkt zu vergleichen seien, spüre er bei den Teilnehmern einen großen Willen zur Veränderung, so White. Diesen stelle er auch in anderen europäischen Ländern fest. Nach Österreich komme er deswegen gern, weil durch das vom Pastoraltheologen und früheren Grazer Diözesansprecher Georg Plank gegründete Institut für Pastoralinnovation vieles in Bewegung geraten sei. So werden im Rahmen des Salzburger „PfinXten“-Forums etwa Pfarrprogramme vorgestellt, die bereits erfolgreich in den Diözesen Graz-Seckau und Salzburg durchgeführt werden. „Ich finde es großartig, dass sich hier auch Bischöfe den großen Herausforderungen stellen“, ist White angetan von der Tatsache, dass auch Erzbischof Franz Lackner den Strukturveränderungsprozessen offen gegenüberstehe. kap

 

Bildtext: Die Erzdiözese will fit für die Zukunft werden. Erzbischof Lackner hat dazu einen Zukunftsprozess 2018 gestartet, den Balthasar Sieberer leitet. Foto: Archiv