Recht auf Zukunft

Wajid Ali hofft auf eine Rückkehr nach Salzburg als Student

Salzburg. Sieben Monate Unterkunft in der Erzabtei St. Peter in Salzburg, fünf Monate Nairobi und danach? Nach seiner erzwungenen „freiwilligen“ Ausreise nach Kenia hofft der junge Pakistani auf eine Rückkehr nach Salzburg als Student.

Dank privater Spenderinnen und Spender kann Wajid Ali seit fünf Monaten in Nairobi (über)leben. Seine Zukunft sieht er weiter in Österreich. Wenn alle Dokumente beglaubigt sind, ein Studienplatz zugesichert ist, wird er in Nairobi den Antrag auf Einreise nach Österreich als Student stellen. „Im Herbst 2019 soll er dann sein Studium PPÖ – Philosophie, Politikwissenschaften und Ökonomie  – antreten und mit einem Studentenvisum im Land bleiben können“, informierte Menschenrechtsaktivist Bernhard Jenny bei einem Pressegespräch über die Pläne Alis.  

Sorge um Klima in Gesellschaft

Die Katholische Aktion der Erzdiözese Salzburg funktioniert als Lobby für das Ehrenamt und damit für die Helferinnen und Helfer in der Flüchtlingsarbeit, „die Schikanen ernten müssen, statt Dankbarkeit zu bekommen. Und zwar dafür, dass sie dem Land in einer herausfordernden Phase mit unglaublichem Engagement geholfen haben“, erklärte KA-Präsidentin Elisabeth Mayer. „Der Einsatz für Asylbewerber hat sehr viel mit der Grundhaltung des Christentums zu tun“, ist sie überzeugt. „Ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie eine Gesellschaft ohne Caritas, Diakonie und Pfarren aussehen würde. Und ich bin dankbar für Ali, der für Menschen steht, die aus traumatischer Situation heraus neue Chancen ergreifen.“ 

„Flüchtlingspfarrer“ Alois Dürlinger hat Wajid Ali ab seiner Zeit im Kloster St. Peter begleitet und mit ihm die ersten Tage in Kenia verbracht. Über die Einzelfälle hinaus bereite ihm das gesellschaftliche Klima große Sorge, so Dürlinger, der weiters erklärte: Die Frage, wer mein Nächster sei, wurde von Jesus im Beispiel des barmherzigen Samariters endgültig und verbindlich beantwortet: „Wenn er vor mir steht, ist er mein Nächster – auch wenn er aus weiter Ferne kommt.“

Ein Jahr der Unsicherheit

Wajid Ali ist Koch- und Kellnerlehrling in Salzburg als er im Mai 2018 einen negativen Asylbescheid erhält. Um die Abschiebung nach Pakistan zu verhindern, nimmt ihn die Erzabtei St. Peter vor genau einem Jahr auf. Am 1. Februar lief die Frist zu seiner „freiwilligen“ Ausreise ab. Wenige Tage zuvor wird Wajid bei einem Routine-Meldetermin in Schubhaft genommen. Es gab dann noch eine einwöchige „Galgenfrist“ für eine freiwillige Ausreise. Am 31. Jänner flog Wajid Ali mit einem Touristenvisum nach Kenia.  

Foto1: Setzen sich für Wajid Ali ein: Alois Dürlinger, Sprecher des Erzbischofs in Asyl- und Flüchtlingsfragen, Elisabeth Mayer, Präsidentin der Katholischen Aktion und Menschenrechtsaktivist Bernhard Jenny. / Foto: RB/ibu

Foto2: Wajid Ali ist noch in Nairobi. / Foto2: RB/privat