Religiöse Bildung gute Grundlage

Wie wichtig guter Religionsunterricht an Schulen ist und worauf man dabei achten sollte, erklärte Heinz Faßmann vor kurzem in einem Interview. 

Wien. Ein Bekenntnis zur religiösen Bildung als „wichtige Grundlage der Erziehung“ hat Bildungsminister Heinz Faßmann abgelegt. „Zu wissen, was moralisch gesehen richtig und was falsch ist“, sei bedeutsam für die ethische Fundierung und Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, sagte er. Er sei deshalb „auch keiner, der Religion aus Kindergärten und Schulen verbannen will.“

 

Auch  andere Religionen beachten

 

„Österreich ist ein religionsfreundliches Land. Österreich ist auch ein religionsneutrales Land.“ Mit diesem Weg sei man gut gefahren, und, wie der Mins-ter hinzufügte, „das stimmt auch mit meinem  Weltbild überein“.

Zu dem im Regierungsprogramm festgehaltenen Vorhaben, „Modelle eines kooperativen und dialogischen Religionsunterrichts weiterzuführen“, erklärte Faßmann: Es sei wichtig, dass sich Kinder im Religionsunterricht –unabhängig von ihrem eigenen Glauben – auch mit den Inhalten anderer Religionen auseinandersetzen. Es reiche nicht aus, bloß zu wissen, dass es fünf Weltreligionen gibt. 

„Hier gibt es sicher auch im Islam zu wenig aufklärerische Momente.“ Faßmann plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Angebote für islamische Religionspädagogik an den Unis. Voraussetzung dafür seien freilich entsprechend qualifizierte islamische Theologen.

 

Ethikunterricht mit Vorbehalten

 

Zurückhaltend äußerte sich der Minister zum schulpolitischen „Dauerbrenner“ Ethikunterricht. Dieses als Schulversuch in der Sekundarstufe II laufende Unterrichtsfach auf alle Schulstufen auszuweiten, würde in Zeiten, wo man viel sparen muss, „eine signifikante finanzielle Herausforderung darstellen“. Er gab zu bedenken, dass angesichts eines „bekenntnisorientierten Unterrichts“ wie dem Fach Religion zu diskutieren sei, „ob man diesem auch eine Stunde wegnehmen und zur Ethik geben soll“. Faßmann: „Die Frage ist, wie sich die Kirchen dazu verhalten. Das ist nicht einfach.“ Kap

 

Bildunterschrift: Heinz Faßmann ist sich sicher: „Religionsunterricht ist eine wichtige Grundlage der Erziehung.“ Foto: Parlamentsdirektion / Thomas Jantzen