Richtige Ernährung hilft Krebs zu vermeiden

„Du bist, was du isst“, heißt es im Volksmund. Und wie so oft: Der Volksmund irrt nicht. Allerdings müsste man diesen Satz wohl etwas erweitern. Besser wäre: Du bist, was du tust.

 

 

Salzburg. Die gute Nachricht ist, dass wir heute davon ausgehen können, dass das Risiko an Krebs zu erkranken durch eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und das Meiden von Tabakrauch deutlich gesenkt werden kann. Das bedeutet, jeder kann etwas für sich tun, ohne großen Aufwand. „Die Entstehung von Krebserkrankungen verläuft über mehrere Phasen. Eine Vielzahl an Nähr- und Wirkstoffen in unseren Nahrungsmitteln trägt dazu bei, die ‚Entgleisungen‘ in der Zellteilung zu unterbinden“, erläutert der Geschäftsführer der Krebshilfe Salzburg Stephan Spiegel. Eine besondere Bedeutung haben dabei Ballaststoffe und tausende von so genannten sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. „Diese Substanzen sind natürliche Inhaltsstoffe, die in Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Getreide vorkommen und den Lebensmitteln Aroma, Duft, Farbe und eben auch eine gesundheitsfördernde Wirkung verleihen“, erklärt die Krebshilfe-Diätologin Gerti Horvath.

Beispiele für diese sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind etwa Carotinoide. Sie sind für die intensive Rot- oder Gelbfärbung verantwortlich, wobei auch grüne Gemüsesorten, wie Brokkoli, Spinat, Erbsen oder Salat Carotinoide enthalten. Diese haben eine antioxidative Wirkung, das heißt, sie schützen die Haut und das Gewebe vor unerwünschten Reaktionen mit Sauerstoff. Sulfide sind schwefelhaltige Verbindungen, die vor allem in Zwiebel, Lauchgewächsen, Spargel oder Knoblauch vorkommen und für deren typischen Geruch und Geschmack verantwortlich sind. Schon in der Antike galt der Knoblauch als Bakterienkiller. Phytoöstrogene sind eine weitere Gruppe von Stoffen, die besonders in Hülsenfrüchten und Getreide vorkommen und ähnliche Wirkung zeigen wie menschliche Östrogene, in wesentlich abgeschwächter Form. Pfefferminze, Kümmel und Zitronen haben ein intensives Aroma, das sie den so genannten Terpenen verdanken. Auch ihnen wird eine bedeutende Rolle in der Krebsprävention zugeschrieben. „Der positive Zusammenhang eines hohen Obst- und Gemüsekonsums und der Entstehung von Krebserkrankungen, besonders von Magenkarzinomen, Dickdarm- oder Prostatakrebs, ist durch viele Studien belegt“, betont Horvath. „Sie machen deutlich, wie bedeutsam ein hoher Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln in der Krebsprävention ist.“ Kein Nahrungsergänzungsmittel kann diese natürlich vorkommenden Stoffe ersetzen. 

Immer wieder werden auch so genannte „Krebsdiäten“ angepriesen. „Aber Achtung: Derartige Empfehlungen sind meist widersprüchlich und ohne wissenschaftlichen Hintergrund“, warnt Horvath vor zu großer Hoffnung.

Was es zu meiden gilt ...

Viele Substanzen fördern die Tumorentstehung. Hier spielen Gewohnheiten, das Kochverhalten und die Zubereitung der Speisen eine große Rolle. „Eine große praktische Bedeutung hat z. B. die Schimmelbildung. Pilze können auf Lebensmitteln wachsen, wenn sie falsch gelagert werden, wie etwa bei Getreideprodukten oder Nüssen. Darum empfehle ich, alle Lebensmittel, die Spuren von Schimmelbildung zeigen, zu entsorgen – die Giftstoffe dringen tief in das Lebensmittel ein“, rät Horvath zur Vorsicht.

Acrylamid ist eine weitere Substanz, die in Zusammenhang mit Krebsentstehung gebracht wird. Es ist ein Nebenprodukt, das bei der Bräunung von stärke- und eiweißhaltigen Nahrungsmitteln entsteht. Wie schädlich diese Substanz für den Menschen ist, kann derzeit nicht abschließend beurteilt werden. Es wird jedoch vermutet, dass Acrylamid krebserregend und Erbgut schädigend ist. „Wesentlich dürfte sein, in welchen Mengen und wie häufig stark belastete Lebensmittel gegessen werden. Am meisten Acrylamid kommt in hoch erhitzten Kartoffelprodukten wie Chips, Kartoffelpuffern und stark gebräunten Pommes frites vor. Auch beim Rösten von Kaffeebohnen und Getreide entsteht Acrylamid. Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius kann vermehrt Acrylamid enthalten, wenn es mit Honig und Hirschhornsalz hergestellt wird“, berichtet Horvath.

„Wichtig ist uns immer zu betonen, dass eine ausgewogene und gesunde Ernährung meist eine regionale und frische Ernährung ist. Wer also darauf achtet, unbelastete Produkte aus der Region zu kaufen und diese frisch zubereitet, hat bereits einen wichtigen Schritt zur eigenen gesunden Ernährung geleistet“, rät Spiegel zum bewussten Genuss.


Weitere Informationen zur Krebsvorsorge und zur richtigen Ernährung erhalten Sie bei der Krebshilfe Salzburg unter 0662/873536 oder www.krebshilfe-sbg.at.

   

Lesen Sie nächste Woche im Rupertusblatt: Was muss ich über Krebs wissen?

 

Foto (Marcel Klinger/pixelio.de): „Wer darauf achtet, unbelastete Produkte aus der Region zu kaufen und diese frisch zubereitet, hat bereits einen wichtigen Schritt zur eigenen gesunden Ernährung geleistet“, rät Stephan Spiegel, Geschäftsführer der Krebshilfe Salzburg, zum bewussten Genuss.