Rückhalt für Familien

Wechsel im Katholischen Familienverband Salzburg

Familie. Nach zehn Jahren hat Marie-Luise Zuzan ihr Amt als Vorsitzende des Katholischen Familienverbandes Salzburg an Matthias Schwaighofer übergeben. Ein Rückblick an schöne Erinnerungen und ein Ausblick mit dem Ziel, Familien weiter zu unterstützen.


RB: Welche Erlebnisse bleiben Ihnen in schöner Erinnerung?

Zuzan: 2016 veranstalteten wir zum 20-jährigen Jubiläum ein Fest für die Leihomis – damals war ein Opa dabei. Es war eine schöne Gelegenheit, danke zu sagen. Was die Omis erzählten, war berührend. Berührend ist auch immer der Empfang nach dem Gottesdienst für das Leben im Garten des Erzbischofs. Man sieht, wie sich die Kinder an diesem Tag freuen. Als Familienverband kommen wir dabei in Kontakt mit Eltern und Großeltern.

 
RB: Wie hat sich die Situation von Familien verändert?

Zuzan: In den vergangenen 30 Jahren änderte sich die Sichtweise: Früher wurde eine Mutter ungläubig gefragt, wieso sie schon wieder ins Berufsleben einsteigt. Heute fühlen sich  junge Frauen von Freundinnen, aber auch von Arbeiter- und Wirtschaftskammer oft gedrängt. Familien sollten das tun können, was für sie individuell passend ist. Die Väterbeteiligung erfuhr in den vergangenen Jahren eine ideelle Aufwertung. 2018 waren die Väter unter dem Motto „Verpass nicht die Rolle deines Lebens“ ein Schwerpunkt im Familienverband. Das wird 2019 weitergeführt. Als zweites Thema wird uns die Digitalisierung und der Umgang damit beschäftigen. 1953 gründete Kardinal König den Familienverband als Rückenstütze. Es soll Freude bereiten, eine Familie zu haben. Das ist auch heute noch die Intention. Familienpolitisch macht sich der Familienverband Österreich stark, in den Diözesen begleiten wir die Familien mit Projekten.


RB: Sie hatten als Leiterin des Referats Familienangelegenheiten beim Land Salzburg Kontakt zum Familienverband geknüpft. 

Zuzan: Ich schätzte die Expertise des Familienverbandes sehr. Als ich in Pension ging, hat mich der Geschäftsführer gefragt, ob ich Vorsitzende werden möchte. Es passte, ich wollte in der Pension etwas Sinnvolles machen. Jetzt bleibe ich im Vorstand und bin froh, dass wir einen guten Nachfolger gefunden haben.

 

RB: Sie bieten als Steuerberater schon länger Ihre Expertise beim Steuer-Info-Tag an. Entstand da die Idee, Vorsitzender zu werden? 

Schwaighofer: Die Sprechtage boten die Gelegenheit, mit dem Team über Projekte und Ziele des Familienverbandes zu sprechen. Mit der guten Unterstützung habe ich das Amt gerne angenommen.

 
RB: Mit welchen Projekten werden in Salzburg die 3.200 Mitglieder unterstützt?

Schwaighofer: Sehr gut angenommen wird der Oma-/Opa-Dienst. 136 Omas und zwei Opas betreuen 335 Familien in Salzburg und dem Tiroler Unterland. Es gibt so viele Anfragen, dass wir nicht alle bedienen können. Gerne können sich Leihgroßeltern bei uns melden, sie sind eine große Hilfe für die Familien, gewinnen mit der Aufgabe auch viel für sich. 500 Familien beteiligen sich am Projekt „Gutes Leben“. Das kommt sehr gut an. Umweltschutz, Leben in der Familien und im Glauben sind dabei große Themen. Mehr als 40 Pfarren beteiligen sich beim Projekt „Kinder willkommen heißen“. Bei der Taufe werden damit das Kind, die Eltern und Paten begrüßt. Das Kindergebetsbuch ist das Herzstück dabei. Auch unterschiedliche Publikationen hat der Familienverband herausgebracht: Nikolausbuch, Namen und Heilige, Familienkochbuch und verschiedene Broschüren.


RB: Sind die Angebote eher für Familien mit jüngeren Kinder gedacht?

Schwaighofer: Unsere Angebote umfassen die gesamte Lebensspanne, Elternpaare und Alleinerziehende. Die Fragen der generationenübergreifenden gegenseitigen Unterstützung werden wichtige Schwerpunkte in unserer künftigen Arbeit sein. 

 
RB: Was leistet Familie heutzutage?

Schwaighofer: Familien haben eine wichtige psychosoziale Funktion, sind der Bereich, wo Glaube zuerst vermittelt wird und haben politischen Stellenwert. Studien zeigen, wer in einem Umfeld, das Sicherheit bietet, aufwächst, setzt sich eher für Demokratie ein.   


RB: In welche Richtung soll sich der Salzburger Familienverband entwickeln?

Schwaighofer: Als Familienverband wollen wir Projekte schaffen, die Familien in dieser Hinsicht unterstützen. Wir wollen dabei auch auf alle Institutionen der Erzdiözese offen zugehen und um gute Zusammenarbeit bitten. In Zukunft sollen die Zweigstellen gefördert und ausgebaut werden, da gibt es großes ehrenamtliches Engagement.


RB: Erzbischof Lackner wurde vor kurzem Familienbischof. Gibt es einen Wunsch an ihn?

Zuzan: Wir freuten uns sehr darüber und hoffen weiter auf seine Unterstützung. Ich möchte mich auch bedanken, wir fühlen uns als Familienverband von ihm geschätzt.

Foto: Wechsel beim Salzburger Familienverband: Matthias Schwaighofer übernimmt das Amt des Vorsitzenden von Marie-Luise Zuzan, Geschäftsführerin Elisabeth Lonski (r.) dankt für ihr Engagement. Foto: RB/jup

 

Leihomas/-opas gesucht! 

Rosemarie Forster, Tel. 0662/8047-1240 (Do., 8.30–11.30 Uhr), info-sbg@familie.at

Wunsch-Oma Pinzgau: Eva Pletzer, Tel. 0664/4988512, wunschoma@gmail.com

Wunsch-Oma Kufstein: Lisbeth Unterberger, Tel. 0676/87466870