Ruf zum Priester

Die Sammlung am 6. Jänner kommt Priesterstudenten in armen Ländern zugute.

Salzburg/Ampitiya. Mehr als 900 Seminaren und rund 80.000 Priesterstudenten in Afrika, Asien und Lateinamerika profitieren von der traditionellen Missio-Priestersammlung am 6. Jänner.

Seit 36 Jahren unterstützt Missio Österreich das Priesterseminar in der Diözese Ampitiya in Sri Lanka. Pushpamal Fernando ist einer von 166 jungen Männern, die mit österreichischer Hilfe studieren. Er stammt aus ärmlichen Familienverhältnissen. Den Ruf zum Priestertum habe er schon als kleines Kind verspürt, erinnert sich Pushpamal. „Jesus hat sein Leben für uns Menschen hingegeben. Genauso möchte auch ich mein Leben hingeben, um Menschen zu helfen!“ Der 26-Jährige hat sein erstes Studienjahr erfolgreich abgeschlossen und blickt hoffnungsvoll in die Zukunft. „Ich erlebe hautnah, wie Gott versorgt, und bete täglich für die Wohltäter, die meine Ausbildung ermöglichen.“

Lebensnahe Ausbildung

Die Seminaristen in Ampitiya unterstützen die Seelsorger während der Weihnachtszeit in den Pfarren. Viele von ihnen engagieren sich für die schwächsten Teile der Gesellschaft: Sie verbringen Zeit mit Gefangenen, Kindern aus armen Familien, alten Menschen, Blinden und Menschen, die am Rand stehen.

Viele Priesterstudenten wie Pushpamal Fernando kommen aus sehr armen Familien und können die Kosten für die Ausbildung im Seminar nicht aufbringen. Durch die Sammlung am 6. Jänner schenken Gläubige mit ihrer Spende der Welt Priester! 

Zur Sache

Es ist das Licht Jesu, das in den Sterndeutern zu leuchten beginnt, das sie innerlich verwandelt, und das sie nach Hause, zu ihren Völkern tragen. Epiphanie  ist das älteste Missionsfest der katholischen Kirche. Seit Jahrzehnten sammeln die Päpstlichen Missionswerke (Missio) „für Priester aus 3 Kontinenten“ und greifen den Auftrag zur Verkündigung des Reiches Gottes auf: „Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“ (Mk 16,15). In den entlegensten Dörfern, in den überquellenden Slums der Großstädte, unter Hungernden und Vertriebenen…                                                                                      

Ein Blick nach Afrika, Asien und Lateinamerika zeigt: Die Kirche lebt! Und sie wächst! 

Missio bekommt sehr viele Anfragen von Bischöfen und Seminaren aus den armen Ländern. Nicht ein einziger, der eine Berufung im Herzen trägt, soll aus finanziellen Gründen oder wegen Platzmangel abgewiesen werden. Afrika, Asien und Lateinamerika sind auf diese Unterstützung angewiesen. Sie brauchen Priester, die mit großer Leidenschaft und gut ausgebildet „Hirten nach dem Herzen Jesu“ sind.

Missio Salzburg ermöglicht Einzelpersonen und Gruppen, die Ausbildungskosten für einen Seminaristen mitzufinanzieren – für die vierjährige Zeit des Theologiestudiums durch einen Jahresbeitrag von 600 Euro oder monatlich 50 Euro. Sie erhalten den Namen und einen kurzen Lebenslauf des Kandidaten und jährlich zumindest einmal eine Information über den Studienfortschritt. Gerne können Sie auch mit einem selbst gewählten Beitrag ein Priesterseminar regelmäßig fördern. Bedanken möchte ich mich im Namen aller Priesteramtskandidaten aus den Ländern des Südens für die Unterstützung, die bereits zahlreich durch Wohltäterinnen und Wohltäter aus unserer Diözese möglich ist.

Bischofsvikar Prälat Martin Walchhofer ist Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke.

Foto: Die Kollekte bei den Gottesdiensten am 6. Jänner dient der Ausbildung von Priestern in den ärmsten Ländern der Welt wie in Sri Lanka. / Foto: RB/Missio/Peter Gode