Salims Traum lebt weiter

Die Kinder, die bei den Comboni-Missionaren in der ägyptischen Hauptstadt Kairo die Schulbank drücken, sind mit ihren Familien aus dem Südsudan geflohen. Der jüngste Staat der Welt ist geprägt von Gewalt, dem seit vier Jahren anhaltenden Bürgerkrieg und einer Hungersnot. 

Kairo/Salzburg. „Ich bin sehr glücklich, dass es das Schulfrühstück gibt, weil so zumindest eine Mahlzeit am Tag sicher ist. Die Schule ist ein wichtiger Ort, wo ich mich wohl fühle und lernen darf.“ Die fünfzehnjährige Lucy ist eines von 890 sudanesischen Flüchtlingskindern, die in den beiden Schulzentren St. Lwanga und St. Joseph der Comboni-Missionare Nahrung für Kopf und Bauch bekommen. „Das Essen trägt zum verbesserten Gesundheitszustand der Kinder bei. Sie sind aktiver und weniger gestresst und angespannt“, berichtet Pater Eibu Dominic. „Seine Schützlinge“ sind alles Südsudanesen, die in Ägypten strandeten, wo sie auf ein Leben in Würde hofften. Doch die Flüchtlinge stehen am unteren Ende der Gesellschaft. Sie haben keinen legalen Zugang zum Arbeitsmarkt, zu staatlichen Schulen oder medizinischer Versorgung. Unterschlupf finden sie nur in heruntergekommenen, überfüllten Wohnungen in den Armenvierteln der Stadt. In ihren Schulen verschaffen die Comboni-Missionare den Kindern die Chance auf Bildung und einen täglichen Energieschub: „Viele kommen überhaupt erst in die Schule, weil sie hier etwas zu essen bekommen. Wenn die monatliche Miete bezahlt ist, bleibt den meisten sudanesischen Eltern kaum Geld für Nahrungsmittel, geschweige denn gesunde Ernährung“, so Pater Dominic. Der Projektleiter ist sehr dankbar für die Finanzierung der sehr wirksamen Maßnahme durch die Caritas.  „Als es noch kein Essen gab, schliefen Kinder ein oder waren zu schwach, um sich auf den Unterricht zu konzentrieren.“ 

Ein weiterer positiver Nebeneffekt betrifft einige Mütter: Sie übernehmen das  Kochen und Portionieren der Frühstücks, das aus gefüllten Maisfladen besteht. Mit dem Lohn können die sudanesischen Frauen das Familieneinkommen aufbessern.

Hunger ist ein lösbares Problem 

Salim hat einen Traum. Doch beinahe wäre dieser geplatzt. Der Vater des Jungen starb nach langer Krankheit und Salim fühlte sich als ältester Sohn verantwortlich für die Mutter und die fünf Geschwister. Er wollte seinen Traum zu studieren aufgeben und für den Lebensunterhalt der Familie arbeiten. Dank der Comboni-Missionare und der Caritas-Unterstützung für die Schule, kann Salim nun weiter lernen: „In St. Lwanga fühle ich mich wohl. Ich habe jeden Tag zu essen und ich strenge mich an, damit ich gute Noten bekomme. Mein großes Ziel ist es, einmal an der Universität zu studieren.“

Für den Sommer hat die Caritas wieder zwei „Parolen“ ausgegeben: „Für eine Zukunft ohne Hunger“ und „Hunger ist ein Problem, das wir lösen können“. Im Salzburger Fokus stehen Projekte in den Schwerpunktländern Ägypten, Libanon und Syrien. Mehr Infos unter www.caritas-salzburg.at

Fotos (Caritas): Schulfrühstück: Weil es sich mit leerem Magen bekanntlich schlecht lernt, haben die Comboni-Missionare in ihren beiden Schulzentren in Kairo eine tägliche Energiezufuhr eingeführt. Es gibt gefüllte Fladenbrote, Milch und Säfte für die sudanesischen Flüchtlingskinder. Nicht selten ist es für sie die einzige Mahlzeit am Tag.

Familienangehörige der SchülerInnen haben durch das Kochen und Portionieren der Mahlzeiten einen regelmäßigen Verdienst.