Schutzpatron der Solidarität

Gedenken an Franz Gruber

Linz/Salzburg. Der NS-Gegner, Priester und Reformpädagoge Franz Gruber stand in Linz im Mittelpunkt eines Symposiums. Anlass war der 75. Todestag Grubers. In Salzburg kommt in Kürze das Theaterstück „Der Fall Gruber“ auf die Bühne.

Experten beleuchteten unter dem Motto „An-stoß Gruber“ an der „Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz“ (PHDL) zahlreiche Aspekte des Lebens Grubers. Präsentiert wurde zudem das Siegerprojekt eines Künstlerwettbewerbs. Die Wahl fiel auf eine Installation des Wiener Christian Kosmas Mayers, die künftig im Außenbereich der PHDL an Gruber erinnern soll. 

Der Priester war ein entschiedener Gegner des Nationalsozialismus und konnte selbst im Konzentrationslager unter schwierigsten Bedingungen ein Hilfswerk aufbauen, das vielen Häftlingen das Überleben ermöglichte. Zu „Papa“ Grubers Rolle im Konzentrationslager Gusen, in das er 1940 überstellt wurde, sagte der Bischof: „Johann Gruber war in einem System des Todes einer, der Brot und Suppe geteilt hat. Durch sein solidarisches Zeugnis hat er Hoffnung und Auferstehung vermittelt. Gruber war somit ein Zeuge des Brot-Teilens und der Auferstehung.“ 

Gruber in der Kollegienkirche

Als Direktor der Linzer Blindenanstalt wurde Johann Gruber am 10. Mai 1938 wegen seiner Ablehnung des Nationalsozialismus und eines angeblichen Sittlichkeitsdelikts von der Gestapo verhaftet, 1939 verurteilt. Er kam in das Konzentrationslager Dachau und 1940 nach Gusen. Im Konzentrationslager war „Papa Gruber“ in der Krankenbaracke tätig und baute dabei ein regelrechtes Hilfswerk auf. Er flog jedoch auf und wurde am Karfreitag, den 7. April 1944, vom Lagerkommandanten grausam ermordet. Gruber war eine herausragende Persönlichkeit, der von den Überlebenden als „Engel in der Hölle“ von Gusen verehrt wird und nach Schilderung der Häftlinge vielen Menschen in Gusen das Leben rettete. In der Nachkriegszeit geriet er weitgehend in Vergessenheit. Johann Gruber wurde am 7. Jänner 2016 nach einem aufwändigen Rechtsverfahren vom Strafgericht Wien vollständig rehabilitiert. 

Tipp: Die Lebensgeschichte des Priesters kommt am Mittwoch, 24. April, 19.30 Uhr, in Salzburg auf die Bühne. Außergewöhnlicher Spielort ist die Kollegienkirche. Vorverkauf der Karten (15 Euro) in allen Filialen der Salzburger Sparkasse.     

Foto: Priester, KZ-Häftling: Johann Gruber gilt „als Heiliger und als Schutzpatron der Solidarität.“ Schilderungen Überlebender zufolge rettete er vielen Menschen im Konzentrationslager Gusen das Leben. Sein Netzwerk flog jedoch auf und er wurde ermordet. Die Lebensgeschichte des Pries-ters zeichnet das Theaterstück „Der Fall Gruber“ nach. / Foto: RB/Volker Weihbold