Schwerpunkt Frauenforschung

Frauenforschung ist ein Schwerpunkt in der Arbeit der Theologischen Fakultät der Universität Graz.

 

 

Graz. Ein Zeichen dafür ist die Verleihung des Elisabeth-Gössmann-Preises, der heuer zum siebten Mal vergeben wurde. Mit der Auszeichnung fördert die Fakultät junge Wissenschafterinnen für deren Habilitations-, Dissertations-, Diplom- oder Masterarbeiten entsprechend ihrem 1994 beschlossenen Forschungsschwerpunkt „Theologische Frauen- und Geschlechterforschung“. 

Heuer ging der Preis an die Theologin Andrea Qualbrink aus Münster für ihre Dissertation „Frauen in kirchlichen Leitungspositionen“. Mit diesem nach der 89-jährigen deutschen feministischen Theologin benannten Preis wurden auch Barbara Velik-Frank, Dagmar Giglleitner und Valeryia Saulevich geehrt, die sich „kritisch mit frauen- und geschlechterspezifischen Fragen in den christlichen oder anderen religiösen oder weltanschaulichen Traditionen auseinander setzten und zugleich kreative Neuentwürfe entwickelten“, wie es in der Begründung heißt.

Qualbrink widmete ihre pastoraltheologische Doktorarbeit einer empirischen Studie über die Aufstiegs- und Führungserfahrungen von Frauen in hohen Leitungspositionen in bischöflichen Ordinariaten deutscher Diözesen. Dabei wird u. a. dargelegt, dass weibliche Führungskräfte die Organisation Kirche in systemtheoretischer Perspektive „stören“. Eben diese „produktive Irritation“ erweise sich jedoch als Innovationschance im Blick auf Inhalte und Methoden, Struktur und Kultur der Organisation „und hinsichtlich der Institution Kirche als Ekklesiogenese“ (Anstoß zur Entstehung von Kirche, Anm.). 

Grundentscheidung nötig

Qualbrinks Grundthesen: Frau-en in kirchlichen Leitungspositionen seien nach wie vor eher eine Ausnahme als die Regel, zugleich gebe es aber positive Entwicklungen in Richtung mehr Aufstiegschancen. Dabei müsse endlich deutlich werden, „dass die Kirche die Frauen braucht, und zwar als gleichberechtigte Partnerinnen braucht – und nicht weil sie sonst zu wenig Personal für die tägliche Arbeit und Umsetzung ihrer Sendung hätte, sondern weil dies die Gottebenbildlichkeit des Menschen als Mann und Frau verlangt“. kap

 

Bildunterschrift: v.l.n.r.: Ulrike Bechmann (Vors.d.Jury), Elisabeth Potzinger (Stadt Graz), Manuela Khom (Land Stmk), Valeryia Saulevich, Dagmar Giglleitner, Barbara Velik-Frank, Andrea Qualbrink, Christoph Heil (Dekan) Foto: Uni Graz/Tzivanopoulos