Seelentröster bringen Essen

Der VinziBus wurde wieder einmal von seinem Standort vertrieben. Gut 20 Männer und Frauen kommen und sind froh, sie erhalten hier jeden Abend ein Essen.

Salzburg. „Viele Mindestpensionsbezieher kommen zu uns. Sie können sich nicht mehr zu essen leisten. Zum Monatsende hin sind es mehr Leute. Die Männer und Frauen müssen sich jetzt auf den neuen Standort einstellen“, meint Heinz Schwab, der einmal pro Woche im Einsatz ist. Der neue Platz hinter dem Schloss Mirabell ist nicht ideal, aber „derzeit müssen wir zufrieden sein“, so Schwab. Nach acht Jahren hatten die Anrainer plötzlich etwas gegen den Stellplatz am Bürgerspitalhof. Doch der VinziBus ist ein wichtiger Dienst der Nächstenliebe, den Organisatorin Gertraud Scheichl und ihr 60-köpfiges Team anbieten.

 

Würstel vom Erzbischof

 

„Meist geben wir Brote und Tee aus, manchmal gibt es etwas Warmes wie Gulaschsuppe. Erzbischof Lackner spendet über das Borromäum einmal im Monat Würstel“, freut sich Schwab. Die Verpflegung kommt ansonsten von Altenheimen, Klöstern und Privatpersonen. „Wir haben sogar Familien aus Kuchl und Adnet, die Essen spenden.“

 

„Neben dem Essen sind auch die Gespräche wichtig. Ich bin vielfach Seelentröster. Ich habe noch nie Probleme mit den Gästen gehabt, sie akzeptieren mich“, ist Schwab stolz und erzählt von einem Mann, dessen Schicksal ihn betroffen machte. „Der Mann ist Diplom-Ingenieur, aber durch familiäre Probleme ist er bei uns gelandet.“ Die meisten, die den VinziBus besuchen, sind regelmäßig hier. „Manche haben es aber auch aus der Obdachlosigkeit heraus geschafft und kommen nicht mehr“, erinnert sich Schwab. 

 

Seit zwölf Jahren ist er im Einsatz. „Ich war 28 Jahre beim Roten Kreuz und wollte in der Pension etwas Sinnvolles machen. Da habe ich vom VinziBus gelesen“, erzählt er. Der VinziBus ist seit 2000 jeden Tag im Einsatz. „Armenpfarrer Wolfgang Pucher aus Graz hat die Familie Scheichl damals angeredet, ob sie sich das vorstellen könnten. Als das Ja kam, meinte er, dann sollen sie gleich loslegen“, berichtet Schwab vom Start. julia.petritsch@rupertusblatt.at

 

Bildtext: Heinz Schwab kann an diesem kalten Adventabend belegte Brote, Tee und ein paar Lebkuchen an die Wartenden austeilen. Foto: jup