#shalom: „Ein Frieden ohne Preis“

Die christlichen Kirchen waren am Freitag Schauplatz für Performances, Wortakrobatik, Schauspiel und Graffiti-Aktionen. Bei der mittlerweile zwölften Langen Nacht der Kirchen machten sich 20.000 BesucherInnen auf den Weg in die Gotteshäuser Salzburgs und des Tiroler Unterlands. Der Eröffnungsgottesdienst mit Hip-Hop-Elementen richtete sich in diesem Jahr an Kinder und Jugendliche.

 

 

Salzburg. Mit dem Glockengeläut der christlichen Gotteshäuser wurde die Lange Nacht der Kirchen in Salzburg und im Tiroler Unterland eingeläutet. Tausende Nachtschwärmer schlenderten in der Salzburger Innenstadt entlang der Kirchenmeile, 20.000 BesucherInnen zählten die Veranstalter in den christlichen Kirchen im Bundesland Salzburg und im Tiroler Unterland insgesamt. 

Traditionelle Programmpunkte gehören zu dieser Nacht ebenso dazu, wie die eingängigen Jazz-Klänge in der Andrä-Kirche, der Gospel-Gesang im Sacellum oder die Pop-Nummern von The Oceans und Amy Wald in der Kollegienkirche. „Es geht uns um das Sowohl-als-auch. Um Tradition und Innovation. Um das gemeinsame Erleben von Kirche und Kirchenraum“, sagt Organisator Johannes Wiedecke. Rikschas waren dieses Jahr erstmals im Einsatz und begeisterten vor allem die vielen Familien, die sich zu Beginn der Nacht zum ökumenischen Familiengottesdienst im Dom versammelt haben.

Junge Kunst in alten Kirchen

Treffpunkt junger Künstler war auch dieses Jahr wieder die Kollegienkirche, „Schattenpoesie“ mit Lukas Wagner und Schattenperformances mit Sebastian Klein standen am Programm. Auf der anderen Salzachseite freuten sich Jugendliche über ihre selbst gestalteten Graffiti-Kirchentüren. Kapuzinerbruder Bernd Kober, Pfarrprovisor der Pfarrkirche, betonte: „Ich möchte, dass junge Leute sich wieder in die Kirche trauen.“ Im Stadtteil St. Andrä sei Vielfalt ein sichtbarer Teil des Alltags, meint Manuela Wolf vom Jugendzentrum IGLU. „Das darf man auch an der Kirche – schon rein optisch – sehen!“ Gestaltet wurden die Wandkunstwerke unter der Anleitung von Graffiti-Künstler Michael „Muck“ Töpfer. Der „Sprayer“ ist überzeugt: „Kirche hat immer mit Künstlern gearbeitet – warum also nicht mit Graffiti-Künstlern?“

#shalom: Eine Nacht, eine Botschaft

Das hebräische Wort „Shalom“ (dt. Friede) wurde an vielen Stationen aufgegriffen. Superintendent Olivier Dantine (evangelische  Kirche), betonte bereits beim Eröffnungsgottesdienst: „Der biblische Frieden heißt mehr, als die Abwesenheit von Krieg. Es ist ein Friede, der alle einschließt, der keinen Preis hat.“ 

Um 22.00 Uhr wurde das Programm der Langen Nacht der Kirchen unterbrochen und in allen teilnehmenden Kirchen ein Friedensgebet gesprochen. „Gerade in diesen bewegten Zeiten, in denen weltweit Krisen und Kriege Menschen bedrohen, ist es uns ein besonderes Bedürfnis mit der Langen Nacht der Kirchen ein Zeichen für Versöhnung und Frieden zu setzen“, so Wiedecke. Einen stimmigen Ausklang fand die Lange Nacht der Kirchen wieder im Innenhof des Stifts St. Peter, wo die Salzburger Nocker’l in die laue Sommernacht hinein spielten.

Faistenau und Wörgl

Faistenau und Wörgl beteiligten sich an der Langen Nacht der Kirchen mit klassischem Programm. In Wörgl spielten Musik-Ensembles auf, begleitet von Texten des Priesters und Künstlers Josef Fink. In Faistenau erwarteten die BesucherInnen Kirchenführungen samt Quiz, Kutschenfahrten und Gospelkonzerte. chp Fotos: eds/Lochschmidt