Sorge über die Lage in Jerusalem

Palästina. Das Lateini-sche Patriarchat warnt nach der US-Erklärung zu Jerusalem vor einem möglichen Ausbruch von Gewalt mit unvorhersehbaren Konsequenzen. 

 

 

Jerusalem. „Jeder exklusive Anspruch auf Jerusalem – sei er politisch oder religiös – widerspricht der eigenen Logik der Stadt“, die ein „Schatz der gesamten Menschheit“ sei, heißt es in einer am vergangenen Freitag veröffentlichten Botschaft der Kirchenleitung in Jerusalem.

Angesichts offensichtlicher Konflikte und rascher Veränderungen in der Heiligen Stadt könne keine einseitige Lösung als Lösung angesehen werden. „Einseitige Entscheidungen, die die gegenwärtige Zusammensetzung der Stadt ändern, werden keinen Nutzen bringen, sondern nur neue Spannungen, und sie werden die Möglichkeit beseitigen, Frieden zu schaffen“, so die Erklärung wörtlich. Die Bewohner der Stadt seien schon zu lange Geiseln der anhaltenden Spannungen, die den Charakter Jerusalems verzerrten.

Nichts verhindere, dass Jerusalem „in seiner Einzigartigkeit und Einheit“ zur Hauptstadt zweier Völker werde, heißt es in dem Kirchen-Statement. Israelis und Palästinenser rief das Patriarchat auf, zu einem Abkommen zu kommen, die die „Prinzipien der Gerechtigkeit“ respektiere.

Der heilige Charakter Jerusalems lasse sich nicht auf Individuen oder Denkmäler reduzieren, sondern umfasse die Stadt in ihrer Ganzheit. Daher müssten auch alle Seiten für den Schutz des gegenwärtigen universellen Charakters der Stadt Sorge tragen. Die Diskussion könne nicht einfach „auf einen territorialen Streit und politische Souveränität reduziert werden“.

Auch der Chefdiplomat des Papstes, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, hat sich besorgt über die Lage im Nahen Osten geäußert. Die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump verursache schwere Komplikationen. „Hoffen wir, dass sich nicht ein Prozess der Gewalt entzündet“. Der Kardinal erinnerte an die Mahnung von Papst Franziskus, jetzt müssten „Weisheit und Klugheit Oberhand behalten“. Es gelte alles zu vermeiden, was zu noch stärkeren Spannungen führen könne. Die Lage sei zweifellos „besorgniserregend“, sagte Parolin. 

Die Ankündigung von US-Präsident Trump, die amerikanische Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, hatte neue Unruhen in Israel und den Palästinensergebieten ausgelöst.    

kap

Bildtext: Die Flagge Israels weht seit dem Sechstagekrieg von 1967, als Israel Ägypten überfallen hatte, über ganz Jerusalem.    

Foto: privat