Sorge über Zurückdrängung

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen hat zum Abschluss seiner Jahresvollversammlung in Moncaco einen Appell an die Regierungen gegen eine Zurückdrängung der Religion aus dem öffentlichen Leben gerichtet.

Monaco. Das Thema der Religionsfreiheit und Intoleranz gegenüber Christen referierte der Wiener Historiker Martin Kugler vom „Observatory on intolerance and discrimination against Christian in Europe“. Er zeigte sich insbesondere besorgt über die Entwicklungen in Frankreich, Großbritannien, Holland und Skandinavien. Österreich war bei dem Treffen im Fürstentum durch Kardinal Christoph Schönborn vertreten.


In der Abschlusserklärung betonen die Bischöfe, dass Religionen dann, „wenn sie authentisch sind, immer versuchen, ein Faktor menschlichen Wachstums und ganzheitlicher Entwicklung zu sein“. Auch in Europa gingen jedoch „durch diskriminierende Praktiken viele soziokulturelle Zeichen in die Richtung, dem Christentum eine marginale Rolle zuzuteilen“. Die Bischöfe appellieren, dass „sorgfältig in Betracht gezogen“ werden soll, wie „gesunde Laizität“ zu verstehen sei. Die gesunde Laizität anerkenne nämlich sehr wohl „den wahren Wert der Religion in der Gesellschaft und im Leben der Völker“. Im Blick auf die Tendenzen zur Marginalisierung des Christentums heißt es: „Dem Gott Jesu Christi das ‚Bürgerschaftsrecht‘ abzusprechen oder zu verweigern ist keine Garantie für Entwicklung, sondern der Beginn jener geistigen und moralischen Verarmung, von der unsere heutige Zeit geprägt ist und die, auf lange Sicht, auch eine gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Verarmung bewirkt.“


Weiter nehmen die Bischöfe Bezug auf die Christenverfolgung insbesondere im Nahen Osten: „Unseren christlichen Schwestern und Brüdern, die Ausgrenzung und Diskriminierung erleiden und insbesondere den Verfolgten, wollen wir unsere Nähe aussprechen. Wir werden nicht schweigen und vor allem werden wir euch nicht im Stich lassen.“ Im Zuge des am Donnerstag von Papst Franziskus angekündigten Themas der nächsten Bischofssynode (2018) beschlossen die Bischofskonferenz-Vorsitzenden, die nächs-ten Etappen der Reflexion und der Arbeiten der Jugendpastoral, dem Glauben und der Berufungsfindung junger Menschen zu widmen. kap

 

Bildtext: Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen ist besorgt: Auch in Europa wird dem Christentum immer stärker eine kleinere Rolle zugeteilt. Foto: Rolf Gollnick/pixelio.de