Spüre es in dir

Mystik. „Ein spiritueller Weg, der nicht in den Alltag führt, ist ein Irrweg“, sagt Mystiker Willigis Jäger OSB. Ein Satz, der zum Diskutieren anregt, meint Hermann Sig-nitzer, Initiator der Reihe „Entlang unserer Sehnsüchte“.

Salzburg. Die Teilnehmer spüren bei den Treffen zweimal im Monat der christlichen Mystik und dem kontemplativen Gebet nach. „Es ist eine Zeit für mich, um mit dem Heiligtum in mir in Kontakt zu bleiben“, meint Heidi. „Auch der Austausch in der Gemeinschaft ist wichtig und vertiefend. Wenn der Geist zur Stille kommt, entstehen Fragen und Gefühle. An einem gewissen Punkt kommt der Verstand alleine nicht weiter.“

 

Nach dem Kreuzzeichen mit Weihwasser, um sich der Nachfolge bewusst zu sein, und einem Impuls aus dem Evangelium kehrt Stille ein beim gemeinsamen kontemplativen Gebet – die Empore in der Kollegienkirche bei Kerzenschein bietet einen wunderbaren Rahmen dafür. „Bei der Einkehr kommen wir in Kontakt mit dem Göttlichen in uns. Wir entdecken unsere Gaben. Die Mystik fordert uns dazu auf, das Göttliche im Alltag zu leben. Für jeden drückt sich die Stille anders aus, es gibt keinen richtigen oder falschen Weg“, sagt einer der Begleiter, Manfred de Vries. Regelmäßig werden dann Ansätze oder Gedanken berühmter MystikerInnen vorgestellt. „Ich gehe verändert aus den Treffen heraus. Ich spüre den Hauch von Demut, mein Herz wird warm – es ist richtig körperlich erfahrbar“, beschreibt Günther.

 

Die Suche nach einer anderen Gottesdienstform mit der Hoffnung, dass sie die Sehnsüchte derer die kommen stillt, stand am Beginn 2016. „Es gibt Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen aus kirchlichen Bezügen oder Pfarren rausfallen. Sie verändern sich, entwickeln sich auseinander, zerstreiten sich oder können mit altbekannten Feierformen nichts mehr anfangen. Da setzte die Gründung der Treffen an“, erklärt Hermann Signitzer. julia.petritsch@rupertusblatt.at

 

Bildtext: Dem Göttlichen in uns spüren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beim kontemplativen Gebet auf der Empore der Kollegienkirche mit Manfred de Vries und Hermann Signitzer (v. l.) nach. Foto: jup

 

TIPP: Jeden ersten Donnerstag und dritten Mittwoch, 18.00 Uhr auf der Empore der Kollegienkirche (Hintereingang der Kirche, bei der Katholischen Hochschulgemeinde), nächstes Treffen: Donnerstag, 1. Februar