Start in selbstständiges Leben

Die Woche für das Leben wird jährlich rund um den 1. Juni gefeiert.

Salzburg. Als Auftakt zur Woche für das Leben, die jährlich um den 1. Juni in ganz Österreich gefeiert wird, besuchte Erzbischof Franz Lackner das Haus für Mutter und Kind der Aktion Leben Salzburg. Der Verein Aktion Leben Salzburg bietet im Haus für Mutter und Kind mit fünf Einzelzimmern sowie eigenem Sanitärbereich und einer Gemeinschaftswohnung im Salzburger Kolpinghaus Schwangeren und jungen Müttern in prekären Situationen eine Starthilfe in ein eigenständiges Leben. Unterstützung erhalten die meist jungen Frauen von Betreuerinnen und Fachpersonal. 

Lackner: „Eine unglaubliche Aufgabe“

 „Ein Kind, so hat mir einmal jemand gesagt, hat das Recht, seine Eltern auch überraschen zu dürfen. Manches Mal stellt die Ankunft eines Neugeborenen vor große, ja enorme, Herausforderungen; vor allem junge alleinerziehende Mütter in Ausbildung fragen dann: Wie kann ich meine Ausbildung beenden? Wie organisiere ich meinen Alltag? Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich Fragen habe?“, sagt der Salzburger Erzbischof bei seinem Besuch. Das Haus für Mutter und Kind ermögliche Schwangeren, aber auch jungen Müttern einen Weg in die Eigenständigkeit, unterstützt, gestärkt und begleitet, so Lackner. „Müttern diese Starthilfe in ein neues Leben zu geben, das ist eine unglaubliche Aufgabe, die in diesem Haus vorbildlich geleistet wird; wahrlich ein Vorzeigeprojekt. Danke für diese wertvolle Arbeit.“ 

Nach Abschluss: Start ins eigene Leben

Derzeit wohnen fünf Frauen und vier Kinder im Alter von drei Jahren, einem Jahr und drei und neun Monaten im Haus für Mutter und Kind. Eine Bewohnerin erwartet in Kürze ihr erstes Baby. „Die Frauen wohnen hier in einer Wohngemeinschaft und unterstützen sich auch gegenseitig“, weiß Franziska Springer, pädagogische Mitarbeiterin im Haus für Mutter und Kind. Leiterin Michaela Reitsammer betont: „Es geht darum, den Frauen wieder den Weg in die Selbstständigkeit zu ermöglichen. In der Zeit bei uns können sie ihre Ausbildung oder ihr Studium abschließen. Dann helfen wir bei der Wohnungssuche und bei den ersten Schritten in ihr eigenständiges Leben.“ Reitsammer und Springer betreuen die Frauen vor Ort. Sie unterstützen konkret bei Behördengängen, Alltagsproblemen, bei der Abklärung sozialrechtlicher Fragestellungen und der Suche nach einer geeigneten Kinderbetreuung. 

Nachfrage steigt an

Getragen wird das Projekt vom Verein Aktion Leben Salzburg, der sich der Beratung von Schwangeren in prekären Situationen und Müttern in Not verschrieben hat. Psychosoziale, juristische und Hebammenberatungen werden für betroffene Mütter in der Salzburger Zentrale in der Hellbrunner Straße 13 und mobil in Form von Hausbesuchen in den Regionen kostenlos angeboten. Die Vergabe eines Platzes im Haus für Mutter und Kind erfolgt über den Verein, informiert Geschäftsführerin Renate Roittner. Sie betont: „Wir merken in unseren Beratungen: die Nachfrage steigt an; auch nach einer Unterkunft. Oft müssen wir Frauen in der Zwischenzeit woanders unterbringen, weil die Zimmer, die uns im Kolpinghaus zur Verfügung stehen, besetzt sind.“ Über die Aufnahme in das Haus für Mutter und Kind entscheidet das Team der Aktion Leben Salzburg. Die Bewohnerinnen zahlen einen sozial verträglichen Kostenbeitrag. Claudia Höckner-Pernkopf

Foto: Erzbischof Franz Lackner im Gespräch mit Bewohnerinnen des Hauses für Mutter und Kind. Mit dabei auch die zwei kleinsten Bewohner.

Foto: RB/Höckner-Pernkopf

Erzbischof Franz Lackner zu Besuch im Kolpinghaus Foto: Neumayr/Leo 14.05.2019