Staunen vor dem Wunder der Natur

Auf den ersten Blick erscheint die Wüste tot. Doch überall finden sich Widerstandsnester des Lebens. Aus ihnen lässt sich die Liebe Gottes herausschmecken. Die Natur wird durchsichtig auf Gott.

Wir erleben etwas als besonders schön, wenn darin Vertrautes und Fremdes zugleich aufscheint. Hierin liegt auch der Zauber der Wüste: Wir kennen Landschaftsformen wie Ebenen, Hügel und Gebirge. Als Kinder haben wir mit Steinen und mit Sand gespielt. In der Wüste faszinieren uns die fremdartige Kombination dieser vertrauten Elemente und die unermesslichen Dimensionen ihrer Darbietung: Felder mit Steinen besät, so weit das Auge reicht; Felsen, von Hitze und Frost zu bizarren Gestalten modelliert.

Und dann die faszinierenden Dünenlandschaften: Jede Düne stellt ein Kunstwerk dar, von Wind und Sand nach unsichtbaren Gesetzen geformt. Der rastlose Wind webt ständig neue Muster in den Sand: Kringel, gezackte Felder, wie ein Puzzle ineinandergefügt, Rippen und Streifen – unendliche Vielfalt auf dem ewig gleichen Sand.

Spuren des Lebens

Auf den ersten Blick erscheint der größte Teil der Wüste tot, eine Mondlandschaft, in der das Leben keinen Platz hat. Doch bei näherem Hinschauen können wir Spuren des Lebens entdecken. Zwischen den Dünen etwa gedeihen manchmal Gräser oder Sträucher. Mit aufmerksamem Blick kann man im Sand Spuren von Mäusen und Eidechsen erkennen. Und man lernt in diesem lebensbedrohlichen Umfeld die kleinsten Spuren von Leben schätzen: Zwischen Felsen wiegen sich Grashalme im leichten Morgenwind. Sie sind so schwach, ungeschützt, zerbrechlich – und leisten doch dem großen Tod der Wüste tapfer Widerstand.

Bildtext: Das Gras kämpft sich auch durch die Sandmassen. Foto: Fotalia/Oskar

 

Den ganzen Text von Bruder Andreas Knapp und Impulse lesen Sie im aktuellen Rupertusblatt.