Sterbehilfe aus Mitleid gibt's nicht

Euthanasie ist ein „Ausdruck einer ‚Kultur der Zurückweisung‘“, sagt der Papst.

Vatikan. Sterbehilfe kann laut Papst Franziskus nie durch vorgebliches Mitleid gerechtfertigt werden. Es handle sich vielmehr um einen Ausdruck einer „Kultur der Zurückweisung“, die jene Personen verachtet, die „nicht den Maßstäben der Gesundheit, der Schönheit und der Nützlichkeit“ entsprechen, sagte Franziskus am Donnerstag vor 150 Mitgliedern einer spanisch-lateinamerikani-schen Ärztevereinigung im Vatikan.

Mitleid ist „Seele der Medizin“

Echtes Mitleid sehe im Tod eines Menschen „nichts Gutes“. Der „heilige Wert des Lebens“ dürfe auch im Krankheitsfall nie „undeutlich“ werden. Er müsse im Leiden sogar noch klarer hervortreten. Schmerz und Hilflosigkeit eines Kranken seien zwar eine „harte Prüfung“ für das medizinische Personal, sagte der Papst weiter. Man dürfe jedoch nicht aus „falschem Mitleid heraus“ der „funktionalistischen Versuchung nachgeben, schnelle und drastische Lösungen erreichen zu wollen“.

Ebensowenig könne das Schicksal von Kranken allein unter „Effizienz- und Spar-Gesichtspunkten“ gesehen werden. Die Würde des menschlichen Lebens müsse stets gewahrt bleiben. Auf dem Spiel stehe auch die „Würde der ärztlichen Berufung“. Weiter betonte Franziskus, Mitleid bilde „gewissermaßen die Seele der Medizin selbst“. Es sei keineswegs peinlich, auch wenn es in der heuti-gen technologischen und individualistischen Kultur nicht immer gern gesehen werde.
kap

Mitleid kann niemals Sterbehilfe rechtfertigen. Darauf hat Papst Franziskus hingewiesen, der von einer „Kultur der Zurückweisung“ spricht. Foto: pxl