Stern der Hoffnung

Uganda. Das Leben der Familien in den Bergdörfern am Fuße des Ruwenzori-Gebirges im Westen Ugandas ist von Hunger, Unterernährung und Armut geprägt. Besonders die Kleinen leiden. SEI SO FREI setzt auf Bildung – damit die Kleinbauern aus eigener Kraft dem Elend entkommen können.

Salzburg/Kyogha. Sanyu lebt im Dorf Kyogha. Sie ist erst neun Jahre alt. Doch schon jetzt trägt sie Verantwortung in ihrer Familie. Sie holt Wasser und sammelt Brennholz. Wenn ihre Mutter auf dem Markt ist, kümmert sie sich um ihre fünf jüngeren Geschwister. Der Rauch aus dem kleinen Lehmofen kratzt sie im Hals und die Augen tränen. Am liebsten geht Sanyu zur Schule. Dort sitzt sie mit den anderen auf dem Lehmboden. Sanyu mag ihre Lehrerin. Doch bei 130 Kindern pro Klasse ist es schwierig, ihre Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn sie im Stoff nicht mitkommt.

Jedes Jahr kommen weniger Mädchen zum Unterricht. Viele Eltern können sich den Schulbesuch nicht leisten oder brauchen die Kinder für die Arbeit auf den Feldern. Sanyus beste Freundin blieb nach den Ferien weg. Sie wurde verheiratet, obwohl sie erst zwölf war. „Eigentlich dürfen Minderjährige nicht heiraten, aber die Eltern haben meist keine Geburtsurkunde und so lügen sie beim Alter ihrer Töchter“, berichtet SEI-SO-FREI-Projektpartnerin Basaliza Ithungu Florence. „Oft bleibt den Familien einfach nichts anderes übrig. Sie erhalten für ihre Tochter eine Aussteuer und wissen sie versorgt.“

„Umweltbildung“ nach der Sonntagsmesse 

Mit Hilfe von SEI SO FREI baut das Team von Basaliza Volksschulen. Dadurch kann die Kinderzahl pro Klasse verkleinert werden. Befestigte Böden, Tische und Bänke verbessern die Lernsituation. Denn: Eine gute Schulbildung ist der Grundstein für eine Zukunft ohne Armut. 

Auf dem Förder- und Unterrichtsprogramm stehen auch Umweltschutz, Wiederaufforstung und der Bau von holzsparenden Öfen mit Rauchabzug. So lernen die Kinder von klein auf, wie wichtig es ist, den Waldbestand zu erhalten und neue Bäume zu pflanzen. „Gerade wenn es um die Gesundheit und die Umwelt geht, fehlen häufig das nötige Wissen und das Geld“, erklärt Basaliza. Bewusstseinsbildung gehe vor allem nach den Sonntagsmessen über die Bühne. „Dann erreichen wir die Dorfbewohner am besten, fast alle besuchen den Gottesdienst.“

TIPP: SEI SO FREI sammelt mit der Adventsammlung für die Familien und Kinder in Westuganda. Dieser Ausgabe des Rupertusblatts liegt ein Zahlschein bei. Ihre Spende ist steuerlich absetzbar.

- 15 Euro ermöglichen den Kauf eine Palette mit 300 Ziegeln.

- Mit 25 Euro schenken Sie eine Schulbank.

- 140 Euro kostet eines der 49 benötigten Fenster für die Schule.

Foto (SEI SO FREI): Eine Schulklasse in Uganda – die Kinder sitzen Schulter an Schulter auf dem Boden. Mit den Spenden aus der Adventsammlung möchte SEI SO FREI die Lernbedingungen verbessern.

Zeichen christlicher Nächstenliebe

(Aus dem Hirtenbrief von EB Franz Lackner)

Der Einsatz für Arme, Benachteiligte oder Unterdrückte hat eine starke biblische Tradition. Diesen Advent möchte ich zwei wichtige Persönlichkeiten hervorheben: Johannes den Täufer und den Propheten Jesaja. Beide stehen zu Beginn des Markus-Evangeliums. „Ich sende einen Boten vor dir her. Er soll den Weg für dich bahnen“ (Mk 1,2). Mit diesem Zitat kündigt der Evangelist Johannes den Täufer an. Johannes, ein Rufer in der Wüste, verweist auf Jesus Christus, der nach ihm kommt und stärker ist als er. Er ist unsere Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit in der Welt. Auf ihn können wir uns verlassen. 

Jesaja selbst kann man sich als einen vom Geist Gottes durchfluteten Menschen vorstellen. Von Gott gesandt, verkündet er in seinen prophetischen Reden der Welt die gute Nachricht – und meint dabei ganz besonders die Armen: „Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe und alle heile, deren Herz zerbrochen ist, damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Gefesselten die Befreiung“ (Jes 61,1).  

In diesem biblischen Licht dürfen wir unser heutiges Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit lesen. SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung, setzt sich mit der Adventsammlung seit bald 60 Jahren für die Befreiung aus Armut ein – heuer ganz konkret mit dem Bau von Schulen in Uganda. Ich möchte Sie bitten, dieses Projekt mit Ihrer Spende zu unterstützen. Herzlichen Dank für dieses schöne Zeichen der Nächstenliebe!

Ich wünsche Ihnen, liebe Schwes-tern und Brüder, eine gesegnete Adventzeit.

Erzbischof Franz Lackner