Stift als Lebens- und Glaubensraum

Tradition und Moderne im Kollegiatsstift Seekirchen

Seekirchen. Moderne Technik und  das Ambiente eines Gebäudes aus der Barockzeit müssen kein Gegensatz sein. Das beweist das renovierte Kollegiatsstift Seekirchen. 

Seekirchen. Dass die Renovierungsarbeiten in den vergangenen neun Monaten das historische Kollegiatsstift in die heutige Zeit geholt haben, wird klar, sobald sich die automatischen Türen öffnen. „Der Ort des Glaubens liegt im ‚Wir‘ und nicht exklusiv im ‚Ich‘“ sagte Erzbischof Franz Lackner vor der Segnung der Innenräume in einem feierlichen Gottesdienst. Das Stift Seekirchen möge ein Haus für alle sein; ein Ort der Gastfreundschaft, der Ruhe und Begegnung, wünschte sich Lackner. 

Lebens- und Glaubensort 

Acht barrierefreie Wohnungen wurden in das Stift gebaut. Zwei davon sind noch frei, die Pfarre freut sich über Interessenten. Dazu kommen Pfarrbüros, ein Besprechungszimmer und Gruppenräume für Jung und Alt. „Lebensraum und Glaubensraum – das wird unser Stift auch in Zukunft für Seekirchen, die ganze Region und alle Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses sein“, sagte Harald Mattel, Pfarrer von Seekirchen und Bischofsvikar für die Junge Kirche. Die Gesamtkosten für die Generalsanierung belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro und werden zum Großteil von der Pfarre Seekirchen und der Erzdiözese Salzburg getragen. 

Historisches Ambiente

Nachdem die Außenfassade samt Fenster und Dach schon vor Jahren saniert wurden, war das historische Gebäude „im Innenbereich in die Jahre gekommen“, so Architekt Wolfgang Weiser und sein Sohn Baumeister Mario Weiser, die in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt die Sanierung geplant und durchgeführt haben. Die Renovierung war längst überfällig. In der neunmonatigen Bauphase wurde der vom Schimmel befallene Putz entfernt, die Böden restauriert und erneuert, die gesamte Elektroinstallation  und Haustechnik auf den neuesten Stand gebracht. „Eine besondere Herausforderung war der Lift. Für den Schacht wurde das Gewölbe durchgebrochen“, erläutert Mario Weiser. Eine weitere Besonderheit sind die beiden Balkone, die dank des Entgegenkommens des Bundes-
denkmalamts möglich wurden. Von ihnen eröffnet sich ein Blick weit über den Flachgau.

Das Stiftskapitel des Kollegiatsstifts

Das Stiftskapitel besteht heute aus dem Stiftspropst Detlef Lenz, sechs Kapitular- und drei Ehrenkanonikern, die nicht mehr alle in Seekirchen wohnen. Während früher die Kanoniker die Seelsorge im Ort und in den Vikariaten Plainfeld, Eugendorf und Koppl über hatten, pflegt das Stiftskapitel Seekirchen heute vor allem die Mitbrüderlichkeit. Regelmäßig treffen sich die Kanoniker um gemeinsame Anliegen zu besprechen oder Aktivitäten wie Wallfahrten zu planen. Zweimal im Jahr gibt es fixe Treffen: zu Peter und Paul und am Rupertitag.

Die sechs Kapitularkoniker sind KR Peter Röck, Niederalm, GR Detlef Lenz, Seekirchen, GR Josef Lehenauer, Eugendorf, KR Michael Max, Salzburg-Aigen, der Seekirchner Pfarrer KR Harald Mattel, und KR Johann Schreilechner, Hallein. Die drei Ehrenkanoniker sind Univ.-Prof. Günter Virt, Seekirchen, GR Josef Stifter, Steinberg a. d. R. und Erwin Neumayer, Linz.

Foto: Im Kapitelsaal des Stifts hörten die Gäste Informatives über den Umbau und über künftige Nutzung des Gebäudes.

Fotos: RB/Stefan Lochschmidt