Stille Nächte im Pongau

Neue Betten für stille Nächte: Die steyleWelt wird aufgemöbelt. 

Bischofshofen. Es knackst und knarrt. Beim Anheben des Betts reagiert das in die Jahre gekommene Gestell mit Protestgeräuschen. „Mit der Matratze ist das nicht anders“, sagt Chris-tina Eßl, die durch die ansonsten liebevoll gestalteten Zimmer führt. Der Test bestätigt: Die sich in den Rücken bohrenden Matratzenfedern versprechen alles andere als ruhige Nächte. 

Angeschafft wurden Betten und Matratzen in den 1970er- Jahren, in einer Zeit, als es die steyleWelt noch nicht gab und die Räume neben dem Bischofs-hofener Missionsgymnasium St. Rupert noch als Internat genutzt wurden. Seit mittlerweile drei  Jahren gibt es das Jugendhaus im Salzburger Pongau. Mit der Katholischen Jugend, die sich mit der Ordensgemeinschaft der Steyler Missionare um die Vermietung der Zimmer und um die Koordination der vielen Jungschar- und Ministrantengruppen kümmert, ist frischer Wind eingezogen: Die Bäder wurden erneuert, der Seminarraum neu ausgestattet und die Küche renoviert. 

„Die bunten Themenzimmer kommen bei den jungen Leuten an“, erzählt Christina und deutet auf einen großen, bunten Pfau an der Wand in einem Zimmer, das „Indien“ heißt. Im nächsten Raum reisen wir nach „China“, wo Kirschblüten der Wand entlang in Richtung Boden segeln.„Jedes Zimmer  hat den Namen eines Landes, in dem auch die Steyler Missionare tätig sind“, erklärt die Lungauerin.

„Betrieb ist super angelaufen“

Christina ist eine von drei hauptamtlichen Mitarbeiterinnen der Katholischen Jugend, die sich um das Haus annehmen. „Wir koordinieren die Gruppen, sind bei der An- und Abreise da und auch sonst Ansprechpartner, falls es Fragen oder Probleme gibt“, berichtet sie, während wir wieder in Richtung Büroräume unterwegs sind. 700 Kinder und Jugendliche  verbrachten vergangenes Jahr hier einen Teil ihrer Ferien – Tendenz steigend. „Bei den Abschlussrunden haben wir tolle Rückmeldungen bekommen, der Betrieb ist super angelaufen. Außer bei den Betten; Da haben uns die Kinder gesagt, dass wir was machen müssen“, sagt Christina. 

Neue Betten für stille Nächte

Die Jugendleiterin erzählt: „Wir haben die Rückmeldungen ernst genommen und nach Lösungen gesucht.“ Auf ihrem Schreibtisch türmen sich die Projektunterlagen. Gemeinsam mit der Stille-Nacht-2018 GmbH und dem Land Salzburg, die für die Hälfte der Kosten aufkommen und so die Aktion „Stille Nächte in der steylenWelt“ mitfinanzieren, hat die Katholische Jugend einen Tischler aus der Region mit der Planung von Vollholzbetten beauftragt. Im Rahmen der gemeinsam mit der Caritas und Ö3 veranstalteten Jugendaktion „72 h ohne Kompromiss“ vom 17. bis 20. Oktober sollen 15 Jugendliche mit der Holzgruppe der Lebenshilfe Bischofshofen die Betten zimmern, sagt Christina. An den Schlafmöbeln wird eine Plakette angebracht, auf der ein Stille-Nacht-Ort zu lesen sein wird.  

Trotz der finanziellen Unterstützung fehlt es an den notwendigen Eigenmitteln. 35.000 Euro kostet die Neuanschaffung der 37 Betten insgesamt. „Mit Hilfe von SpenderInnen können wir die Finanzierung bestimmt schaffen“, ist sich die Jugendleiterin sicher. Christinas Telefon läutet, sie muss sich verabschieden. Die nächste Gruppe hat sich angekündigt: „Eine Ministrantengruppe aus Elixhausen.“ 

 

Bildtext: Christina Eßl führt durch die bunt gestalteten Zimmer:  „Die Kinder wünschen sich neue Betten.“ Das Bett muss weg. Die Steyler Missionare Pater Laurent Chardey aus Togo und Frater Delfor Nehrenberg aus Argentinien werden das Projekt begleiten. Fotos: KJ, Höckner

 

Spenden: KJ Salzburg Region Lungau/Pongau/Tennengau. IBAN: AT37 3501 0000 0016 2750. BIC: RVSAAT2S010. Verwendungszweck: NAME, Spende Matratze.