Thema im Gespräch

Der seltene Brauch am Palmsonntag

Puch. Der Palmesel von Puch ist rund vierhundert Jahre alt und eines der wenigen erhaltenen Exemplare von Prozessionsfiguren, wie sie seit dem Mittelalter weit verbreitet waren. Der Palmesel mit dem segnenden Christus war nicht immer in Puch, sondern dürfte aus Hallein stammen. Er fiel unter das  Verbot von Erzbischof Colloredo, der um 1800 das Mittragen von Figuren bei Prozessionen untersagte. Der Esel wurde als überflüssig angesehen und in die Salzach geworfen. In Puch wurde er angeschwemmt, geborgen und so lange beim Kollerbauern im Stall versteckt, bis er bei Prozessionen wieder mitgetragen werden durfte. Noch einmal hatte er es schwer: „Heuer vor 80 Jahren begannen für den Pucher Palmesel Hausarrest und Ausgangssperre, Christus und die Christen mussten aus dem öffentlichen Leben während der Nazizeit verschwinden“, erinnert PGR-Obfrau und KA-Präsidentin Elisabeth Mayer. 

 

Bildtext: Elisabeth Mayer, PGR-Obfrau und Präsidentin der Katholischen Aktion: „Nach sieben Jahren NS-Zeit gut versteckt ist Christus auf dem Palmesel bei der Prozession nicht mehr wegzudenken, auch als Zeichen einer freien Kirche in einem freien Staat.“