Thema im Gespräch

Medizin: Gewissensfreiheit sinkt

Wien. Vor einer zunehmenden Einschränkung des Gewissensvorbehaltes in der Medizin, der in der Europäischen Menschenrechtskonvention verankert ist, warnt das Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE). Speziell bei Abtreibung und Sterbehilfe würde das Menschen- und Grundrecht von Ärzten und medizinischem Personal, aus Gewissensgründen die Mitwirkung zu verweigern, immer mehr ausgehöhlt. Als Beispiel verwies IMABE-Geschäftsführerin Susanne Kummer auf den Fall zweier Hebammen mit katholischer Werteüberzeugung, die aus Gewissensgründen weder zur direkten Mitwirkung an Abtreibungen noch zu deren Vor- oder Nachbereitung bereit waren. Dazu seien sie aber verpflichtet, entschied das britische Höchstgericht und verurteilte sie. Auch bei der aktiven Sterbehilfe dürfen sich Ärzte zusehends weniger auf ihr Gewissen berufen, kritisiert Kummer. 
kap

Susanne Kummer von IMABE fragt, ob man bei Abtreibung oder Sterbehilfe überhaupt von Heilbehandlungen sprechen kann, oder es dabei nicht viel eher um „Wunschbehandlungen“ gehe.