Thema im Gespräch

Hacking: „Zweck heiligt die Mittel“

Wien. Als Mosaikstein auf dem Weg zu mehr globaler Finanzgerechtigkeit bezeichnet Wilfried Stadler, Kuratoriumsmitglied der bischöflichen Kommission „Iustitia et Pax“, die Offenlegung der so genannten „Panama-Papers“. Die Daten zu über 200.000 Briefkastenfirmen in Panama und anderen Steueroasen deckten nicht nur die Verschleierung unrechtmäßigen Vermögens auf, sondern würden auch die laufende Debatte um internationalen Steuerbetrug befeuern, so der Honorarprofessor für Wirtschaftspolitik an der Wirtschaftsuniversität Wien. Es stärke die Anerkennung transparenter und korrekter Versteuerung als „good practice“ der Wirtschaft, wenn die Scheinwerfer auf unfaire Finanzpraktiken gerichtet würden. Stadlers Standpunkt zu dem Hacking, das die Daten ans Licht brachte: „Das ist wohl einer jener seltenen Fälle, in denen der Zweck die Mittel heiligt.“ 
kap

Für Iustitia et Pax-Berater Wilfried Stadler zeigen die so genannten „Panama-Papers“ moralische Grenzen auf: Sie deckten die Verschleierung unrechtmäßigen Vermögens auf. Foto: Stadler