Thema im Gespräch

Meinung zum israelischen Nationalitätengesetz

Jerusalem. Das katholische Lateinische Patriarchat von Jerusalem hat das neue israelische Nationalitätengesetz als diskriminierend kritisiert. Das Gesetz lasse „jedwede verfassungsmäßigen Garantien“ für die Rechte der Minderheiten im Land vermissen. Israel wird in dem Gesetz als nationale Heimstätte des jüdischen Volkes definiert, dem allein seine Selbstbestimmung zukomme. In einem Land mit großen Minderheiten müsse der Staat die kollektiven Rechte dieser Gruppen anerkennen und ihre religiöse, ethnische und soziale Identität und Traditionen schützen, so das Patriarchat. Die christlichen Bürger Israels teilten die Sorge der anderen Minderheiten und riefen „alle Bürger des Staates Israel, die immer noch an das Grundkonzept der Gleichheit unter den Bürgern der gleichen Nation glauben“, zum Widerstand auf. Mit dem Gesetz verstoße Israel gegen seine eigene Unabhängigkeitserklärung.   kap

 

Foto: Shankbone

Bildunterschrift: Avraham Burg, israelischer Politiker und Publizist: „Das Gesetz bewirkt eine Spaltung der Gesellschaft und fördert das Überlegenheitsgefühl gegenüber arabischen Minderheiten.“