Treue trotz „Zumutungen“

Diözese Gurk: „Weder pastoral noch finanziell im Ausnahmezustand“.

Klagenfurt. Die Diözese Gurk-Klagenfurt befindet sich trotz der Irritationen des vergangenen Jahres in keinem Ausnahmezustand, sondern ist „in allen relevanten Bereichen solide und im grünen Bereich“. Das betonte der Gurker Finanzkammerdirektor Franz Lamprecht bei einem Pressegespräch mit Dompropst Engelbert Guggenberger und Bistums- und Domkapitel-Ökonom Gerhard Ka-lidz. Guggenberger dankte dabei allen Kirchenbeitragszahlenden, die ungeachtet aller „Schwierigkeiten und Zumutungen“ der Kir-
che die Treue hielten. Den „Schieflagen“ im Bistum beziehungsweise Bischöflichen Mensalgut sei man wirkungsvoll begegnet.

Präsentiert wurden der Rechnungsabschluss sowie erstmals die (bestehende Vermögenswerte berücksichtigende) Bilanz der Diözese Gurk für das Jahr 2018 sowie die Rechnungsabschlüsse 2018 von Bistum und Domkapitel; eine Bilanz für diese Bereiche ist laut Ökonom Kalidz nicht möglich, weil bisher keine Einschätzungen von schwer bewertbaren Besitztümern wie Forstflächen oder Immobilien wie dem Gurker Dom vorliegen.  

„Die Prinzipien Ehrlichkeit, Transparenz und Rechenschaft gegenüber den Kirchenbeitragszahlern, denen sich die Diözese Gurk schon seit jeher verpflichtet fühlte, sollten ab sofort auch für das Bistum und das Domkapitel gelten“, so Guggenberger.

Mehr Kirchenbeiträge

Die Diözese verzeichnete 2018 Gesamteinnahmen sowie -ausgaben in Höhe von rund 36 Millionen Euro. Drei Viertel der Einnahmen stammen aus Kirchenbeiträgen, aus der staatlichen Wiedergutmachung lukrierte die Diözese 3,8 Millionen Euro, teilte Finanzkammerdirektor Lamprecht mit; das bedeutet ein bemerkenswertes Plus von 3 Prozent bei den Kirchenbeitragseinnahmen. Die größten Posten bei den Ausgaben beziehen sich auf das Personal: Die Besoldung der Laien kostete 13,4 Millionen, jene des Klerus 8,8 Millionen Euro. 

Das Bistum Gurk konnte laut Ökonom Gerhard Kalidz den Bi-lanzverlust 2018 auf 1 Million Euro nahezu zu halbieren. Auch das Gurker Domkapitel verzeichnete 2018 ein leichtes Minus: Einnahmen von 770.000 Euro stehen Ausgaben in der Höhe von 866.000 Euro gegenüber. kap

 

Foto: Der Dom zu Gurk beherbergt in der mit 100 Säulen gestalteten Krypta, dem ältesten Teil der Kirche, das Grab der heiligen Hemma von Gurk.

Foto: RB/Kronawetter