Trotz Zölibat Experte für Familie

Im Interview mit dem Rupertusblatt zeigt Bischofsvikar Gerhard Viehhauser, dass er als Priester sehr wohl Ahnung von Familie hat

Seit einem Jahr vertritt und berät Gerhard Viehhauser Erzbischof Lackner in Fragen von Ehe und Familie. Als Seelsorger betreut der Bischofsvikar viele junge Familien. Nicht nur in seiner Gemeinde.

 

Rupertusblatt: Priester und Familie, das Thema steht in der Kritik. Warum? 
Gerhard Viehhauser: Der Grundverdacht besteht natürlich: Was kann ein Eheloser von der Ehe wissen und dann noch etwas Grundlegendes und Richtungsweisendes sagen? Aber: Ich habe als Priester
Erfahrungen und kenne, wenn auch aus einer anderen Position, das Innenleben von Familien und Ehen. 

RB: Ehe und Familie – ein breites Themenspektrum an Erfahrungen, Idealen und Wirklichkeiten. Worin unterscheidet sich die Erfahrung eines Priesters? Was sind  Vorteile und Nachteile? 
Viehhauser: Jeder Priester hat eine Heimatfamilie. Daher kennt er die Dynamiken. Außerdem werde ich in seelsorglichen Gesprächen mit der Wirklichkeit von Familien konfrontiert.  Männer, Frauen und Kinder öffnen ihr Herz. Die Einblicke sind schon sehr tief. Oft muss ich sehen, wie schwer es Familien heute haben können. 

RB: Können Sie  Probleme in Familien nennen? 
Viehhauser: Ein Thema ist bestimmt das Freiheitsverständnis, das sich von Verantwortung  und Verbindlichkeit loslöst. Ehe ist  aber der Ernstfall von Verbindlichkeit. Daneben sehe ich auch, wie Leistungs- und Konsumdruck Familien heute belasten. Und die Patchwork-Situation macht ein Familienleben oft nicht leichter. Jugendliche leiden schmerzlich unter der Trennung der Eltern – keine Frage. Ich sitze gerade hier im Zentrum St. Blasius oft vor weinenden Jugendlichen, die ein stückweit die Hoffnung auf eine gelingende Familiensituation verloren haben. 

 

Lesen Sie das ganze Interview mit dem Bischfosvikar für die Seelsorge an Ehe und Familie in der aktuellen Ausgabe des Rupertusblattes.