Über den Tellerrand

Vielfalt, Dialog der Kulturen und Religionen sowie Farbtupfer in der Bildungslandschaft. Dafür steht das Afro-Asiatische Institut in Salzburg seit 30 Jahren. Den runden Geburtstag feierten Wegbegleiter, Partner, Unterstützer, Studierende und Vertreter der Erzdiözese Salzburg und der Universität in der Kollegienkirche.

Salzburg. Weihbischof Hansjörg Hofer überbrachte die Glückwünsche von Erzbischof Franz Lackner. In einem schriftlichen Grußwort unterstrich der Salzburger Oberhirte wie gut es sei, in Zeiten der Globalisierung Partner zu haben. „Als Partner wollen wir gemeinsam unterwegs sein, vereint den Herausforderungen der Welt begegnen: Krieg, Hunger, Gewalt, Zerstörung der Umwelt. Wir Christen in Europa geben nicht mehr alleine den Ton an, wir wollen auf andere hören, mit ihnen arbeiten, von ihnen lernen“, so der Erzbischof. Das Afro-Asiatische Institut verbinde Menschen. „Dafür gilt es Dank zu sagen. Dieses Engagement gilt es weiter zu unterstützen.“ In dieselbe Richtung zielte Bildungslandesrätin Maria Hutter mit ihren Worten: „Das Afro-Asiatische Institut schaut über den Tellerrand, greift entwicklungspolitische Themen auf und das gehört gefördert.“ 

Genauso lebendig, vielfältig und bunt wie der Alltag des AAI war der Jubiläumsabend: mit Klängen aus Afrika, Asien und Lateinamerika, einem Tanz der Freude aus Indien sowie einem interreligiösen Ritual: Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften füllten dabei ein Gefäß mit dem „Wasser des Lebens“.

AAI zeigte: „Ich gehöre auch dazu“

Hofrätin Monika Kalista, Vorsitzende des AAI-Kuratoriums, und Persisch-Lehrerin Feryal Honarmand schilderten beim Festakt in der Kollegienkirche ihre Verbindungen mit dem Afro-Asiatischen Institut und seine Bedeutung als Dach, unter dem sich die ganze Welt trifft: „Der Bildungsstandort Salzburg, die Wissensstadt Salzburg – das muss sich auch in der Anziehungskraft  für  junge Menschen zeigen, die in ihren Ländern zukünftig zur Entwicklung ihrer Gesellschaften beitragen sollen.“ Kalista ist überzeugt, die internationalen Studierenden tragen zu einem vielfältigeren Bild bei. „Studierende, WissenschaftlerInnen,  KünstlerInnen – sie alle gehören zum Bild dieser Stadt und gestalten lokal und international Gesellschaft mit.“

Feryal Honarmand unterrichtet am AAI Persisch und erzählte wie der Kurs ihr Leben bereicherte: „Das AAI zeigte mir, dass ich dazu gehöre. Dass auch ich Salzburgerin bin und dass auch meine Geschichten, Erfahrungen, Sprache, Kenntnisse und Gefühle wichtig sind.“ Die junge Frau dankte dem AAI, dass es Menschen unterschiedlicher Herkunft zu Wort kommen lässt. „Menschen, die flüchten mussten, MigrantInnen, die seit Jahrzehnten hier in Österreich leben – sie alle haben ihre eigenen Geschichten.“

Hintergrund

Das 1988 von Erzbischof Karl Berg gegründete Afro-Asiatische Institut ist eine Plattform für den interkulturellen und interreligiösen Dialog und bietet ein breites entwicklungspolitisches Bildungs- und Kulturprogramm. Ausländische Studierende werden durch Beratung, studienbegleitende Bildung und Stipendien unterstützt. Das AAI selbst wird aus kirchlichen und öffentlichen Mitteln gefördert. 

  • Das Bildungs- und Kulturprogramm mit den Schwerpunkten interkultureller & interreligiöser Dialog sowie Nachhaltigkeit & Bewusstseinsbildung ist seit 30 Jahren am Puls der Zeit. Der Blick über den Tellerrand geschieht in  Workshops, Sprach- und Kochkursen sowie Vorträgen.
  • Das Stipendienprogramm unterstützte in den vergangenen fünf Jahren 34 Studierende aus Ländern des globalen Südens. Die daraus resultierenden „Erfolgsgeschichten“ können sich sehen lassen: Die Kolumbianerin Johanna Maria Mejica Sanchez gründete nach ihrem Studienabschluss das Fairtrade-Schmucklabel Amalena. Verkauft wird Schmuck aus ökologisch nachhaltig gewonnenem Gold von lokalen Handwerkern zu einem fairen Preis. Ramachandran Sudalayandi aus Indien rief die Jugendorganisation Treeonz in Bangalore ins Leben, um Kunst- und Kulturprojekte umzusetzen. 

    Francisco San Martín, AAI-Stipendiat der ersten Stunde und Gründer der Entwicklungsorganisation Minka in Peru, nimmt am 16. November den begehrten Oscar-Romero-Preis für sein gesellschaftliches Engagement entgegen. SEI SO FREI, die entwicklungspolitische Aktion der Katholischen Männerbewegung, verleiht die Auszeichnung in Oberndorf bei Salzburg.

Foto (ibu): Mit einem „Tanz der Freude“  beeindruckte Nayana Keshava Bhat aus Indien die Gäste bei der AAI-Jubiläumsfeier in der Kollegienkirche.