Übers Rad-Reparieren in den Arbeitsmarkt

Die Caritas führt das bekannte velorep weiter. Damit verbunden ist ein Standortwechsel in die Elisabethstraße. Im carlavelorep lernen junge Erwachsene einen strukturierten Arbeitsalltag kennen, um ihren Weg ins Berufsleben zu finden. Neben der Radwerkstatt wird im Shop nun auch Zubehör verkauft.

Salzburg. Der 18-jährige Alexander Huber ist seit sieben Monaten in dem Programm. „Seitdem ich klein bin, sind mein Bruder und ich gerne mit dem Rad unterwegs. Ich habe ein Downhill-Rad und repariere es auch selber“, erzählt er. Nachdem er zwei Lehrstellen abgebrochen hatte, freut er sich über diese Aufgabe: „Ich lerne für die Zukunft: noch besser Räder zu reparieren, habe etwas zu tun und verdiene Geld. Daheim herumsitzen ist nur langweilig.“

Facharbeiter Anton Pirker ist auch sehr zufrieden: „Es ist schön, die Wandlungen zu sehen, wenn die Jugendlichen ihre eigenen Fähigkeiten sehen und entdecken: Ich kann etwas“, meint er. Seit 1990 arbeitet er in dem Projekt, „seitdem sind die Jugendlichen nicht anders geworden. Aber die Rahmenbedingungen haben sich geändert. Wer in der Schule keine guten Noten hat, findet heute schwer eine Lehrstelle“. Das Angebot wird gerne angenommen: Viele Menschen lassen hier ihr Rad reparieren oder kaufen reparierte Gebrauchträder.

„Es gibt eine Ursehnsucht im Menschen und zwar: einen Namen zu haben, das heißt jemand zu sein, respektiert zu werden“, sagte Weihbischof Hofer bei der Segnung in den neuen Räumen. Zwölf jungen Erwachsenen, zwischen 15 und 30 Jahren, werden im Projekt neben Reparatur- und Handel-Kompetenz basale Fähigkeiten wie Pünktlichkeit und eine geregelte Tagesstruktur beigebracht. „In die sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmer fällt auch das Bewerbungstraining. Damit sie in den regulären Arbeitsmarkt einsteigen können“, erklärt Martin Huber, Caritas-Bereichsleiter für Beschäftigung, Asyl und Integration. Auch junge Menschen mit einem positiven Asylbescheid werden im Projekt aufgenommen.

 

Bildtext: Alexander Huber (l.) und die anderen jungen Erwachsenen lernen von Anton Pirker (r.) und dem Team mehr als das fachgerechte Reparieren von Fahrrädern. Fotos: jup

 

Öffnungszeiten von carlavelorep in der Elisabethstraße 17, Salzburg, sind: Montag, Mittwoch und Freitag von 9.00 bis 18.00 Uhr, Dienstag und Samstag von 9.00 bis 13.00 Uhr und Donnerstag von 11.00 bis 18.00 Uhr.


Das Team ist dankbar für Radspenden. Einfach im carlavelorep vorbeibringen!