UNHCR würdigt Bischof Zsifkovics

Hilfe. Das Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen UNHCR hat die ablehnende Haltung des „Flüchtlingsbischofs“ der Österreichischen Bischofskonferenz, Ägidius Zsifkovics, gegenüber Grenzzäunen gewürdigt.

Eisenstadt. Der Bischof sei „Baumeister des Verständnisses, der menschliche Barrieren niederreißt“, heißt es auf der englisch-sprachigen UNHCR-Website. Der Eisenstädter Bischof hatte im vergangenen Jahr dem Ersuchen des Innenministeriums zur Errichtung eines Grenzzaunes auf kirchlichem Grund eine Absage erteilt.


Es sei der moralische Standpunkt eines katholischen Bischofs gewesen, so die Autoren des Beitrags Helen Womack und Gordon Welters, der dazu geführt habe, dass die österreichische Regierung ihre Politik des Grenzschutzes durch Zäune noch einmal überdacht habe. Zsifkovics‘ beharrliche Stimme des Mitgefühls habe in der Diözese hunderte Laienmitarbeiter dazu motiviert, Asylsuchenden zu helfen und Österreichs östliche Grenzregion als Vorzeigebeispiel bei der Integration von Flüchtlingen auf die internationale Landkarte zu bringen. Allerdings hatte der Bischof, wie auch der UNHCR-Bericht festhält, nie ein Problem mit effizienten Grenzkontrollen an eigens dafür eingerichteten Übergängen, sei es doch auch aus kirchlicher Sicht das „Recht eines Staates, seine Grenzen zu schützen“. Der ursprünglich vom Innenministerium geplante, mehrere Kilometer lange Grenzzaun wurde nie gebaut.


Bereits im März 2015 hatte Zsifkovics begonnen, mit den Pfarren und der Caritas der Diözese Eisenstadt ein anspruchsvolles Aktionsprogramm zur Beherbergung und Integration von Flüchtlingen zu erarbeiten. Die Autoren des UNHCR-Berichts verschafften sich Ende des Vorjahres einen persönlichen Einblick in die Integrationsarbeit der Kirche im Burgenland. Womack und Welters besuchten mehrere Orte, an denen an der Integration in ein Leben nach der Flucht geschmiedet wird: Häusern der diözesanen Caritas, Pfarrheimen, privaten Wohnungen, umfunktionierten öffentlichen Gebäuden. Herausgekommen ist ein Kaleidoskop der menschlichen Schicksale und ihrer mannigfachen Bewältigungsversuche. kap

 

Bildtext: Für seinen Widerstand gegenüber Grenzzäunen würdigte das UNHCR Bischof Zsifkovics. Das Kommissariat sah sich die Situation vor Ort an, etwa im Kloster Forchtenstein, wo afghanische und österreichische Frauen gemeinsam stricken. Foto: UNHCR/Gordon Welters