Uns ist alles nur geliehen

Die Erzdiözese Salzburg feierte am Rupertitag, 24. September, ihre Diözesanheiligen

Salzburg. In einer feierlichen Prozession brachte Erzbischof Franz Lackner gemeinsam mit Alterzbischof Alois Kothgasser, Weihbischof Hansjörg Hofer, Erzabt Korbinian Birnbacher und zahlreichen Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern die Reliquien des heiligen Rupert von der Stiftskirche St. Peter in die Salzburger Bischofskirche. In seiner Festpredigt rief der Erzbischof zur Umkehr im Umgang mit der Schöpfung auf: „Die Schöpfung stöhnt und ächzt unter der Last der Sünde, unserer Sünden. Wir brauchen Umkehr.“

„Spaßgesellschaft“ vergisst das Leben

„Wir brauchen eine tiefe Betrachtung, was sind die von unserer Spaßgesellschaft gänzlich vergessenen Spurenelemente des Lebens. Unsere Gründungsheiligen haben es vorgelebt und bezeugt; es ist dies der Glaube vor Gott und die Achtung und Sorge für Mensch und Umwelt; uns ist alles nur geliehen“, sagte Erzbischof Franz Lackner Dienstagvormittag vor mehreren hundert Gläubigen.

Mit Verweis auf den hl. Rupert und den hl. Virgil stellte der Salzburger Erzbischof die Symbolik von Kreuz und Salz heraus: So wie das Salz nicht Hauptspeise oder Süßspeise sei, so verhalte es sich auch mit dem Glauben: „Der Glaube ist eine Zugabe zur Welt, der dieser den Geschmack verleiht. Zu einem gelingendem Leben gehört vieles dazu: soziale Sicherheit, Chancengerechtigkeit, familiäre Geborgenheit, Friede, Gerechtigkeit – all das will der Glaube nicht  ersetzen, aber diesem Ensemble einen köstlichen Geschmack verleihen: Glaube gibt Sinn.“

Mensch ist zur Freude berufen

Das Kreuz, das Leid, wiederum, so Lackner, solle nicht im Zentrum des Lebens stehen – „wir sind auch zur Freude berufen“. Zugleich deutete der Salzburger Erzbischof auf die „Kreuzpartikel“ hin, die „in jedes Leben hineinverwoben“ zur Umkehr aufrufen. „Es gibt sie, die ganz persönlichen wie auch die kollektiven ‚Golgothahügel‘ in den Menschen und Gemeinschaften: plötzlich hereinbrechende Krankheit, Unfälle, Verbrechen, Ungerechtigkeit, die nicht gesühnt wird, Kriege, Klimakatastrophen“, so Lackner. Dabei verwies der Salzburger Erzbischof auf die „Wutrede“ der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg bei der UNO-Klimakonferenz in New York am vergangenen Montag. 

Der heilige Rupert

 Rupert, geboren um 650 in Worms, war von adeliger Herkunft. Er wirkte Ende des 7. Jahrhunderts auf Ersuchen von Herzog Theodo II. als Bischof von Worms zuerst in der damaligen bayerischen Hauptstadt Regensburg und unterwies den Herzog und seine Gefolgschaft im „rechten“ katholischen Glauben. Als Geschenk dafür erhielt Rupert von Herzog Theodo schließlich Salzburg. Der Herzog schenkte ihm außerdem ein Drittel aller Salzvorkommen. Damit war die wirtschaftliche Basis für den Ausbau Salzburgs zum Missionszentrum gegeben. 

In Salzburg gründete Rupert das Kloster St. Peter und das Frauenkloster am Nonnberg. Die stattliche Kirche, die Rupert zu Ehren des heiligen Petrus errichtete, lag auf dem Platz des heutigen Domes. Rupert kehrte 714 in seine Heimat zurück, wo er vermutlich am 27. März 718 verstarb. Seine Gebeine wurden vom heiligen Virgil anlässlich der Einweihung des Neubaus des Salzburger Doms am 24. September 774 nach Salzburg überführt. Rupert ist Schutzpatron Salzburgs, des Salzbergbaus und der Salzarbeiter. Dargestellt wird er als Bischof, der ein Salzfass trägt. Claudia Höckner-Pernkopf

 

Foto: Prozession von St. Peter in den Salzburger Dom mit Erzbischof Franz Lackner, Alterzbischof Alois Kothgasser und Weihbischof Hansjörg Hofer.

Foto: RB/eds/Claudia Höckner-Pernkopf