Verbunden sein

Ewiges Gebet. Viele Verantwortliche in den Pfarren machen die Erfahrung, dass es in der hektischen Zeit immer schwieriger wird, Menschen für die Ewige Anbetung zu begeistern. Auf Einladung von Erzbischof Andreas Rohracher verbindet das Ewige Gebet seit 70 Jahren die Erzdiözese. Diakon Andreas Moser hat recherchiert.

Alpbach. Persönlich bete ich sehr, sehr gerne an, weil ich für mich gerade in der Anbetung eine große Kraftquelle für meinen Alltag entdeckt habe. Dies war nicht immer so. Als Ministrant war es für mich eher ein „mühevolles Aushalten“. Mit der Zeit durfte ich aber immer mehr erkennen, dass wir an einen Gott glauben, der in einer persönlichen und konkreten Beziehung zu mir steht. Erzbischof Andreas Rohracher (1943 bis 1969) wollte gerade in der großen Not der Nachkriegszeit den Gläubigen helfen, indem er versuchte sie zu dieser großen Kraftquelle hinzuführen. 

 

Erzbischof Rohracher wollte die Gläubigen von innen her, von Jesus her, stärken, sodass sie innerlich die Liebe Gottes erfahren und da heraus unsere Erzdiözese und unser Land durch tägliche Werke der Liebe neu aufbauen. „Darum möchte ich gerade in diesen äußersten Stunden der Not mit dem Ewigen Gebet in unserer Diözese beginnen. Jeden Tag und jede Nacht soll eine Pfarrei, ein Kloster, eine Institution, eine Anstalt, ein Heim betend vor dem Herrn der Welt knien und flehen: Herr hilf uns, wir gehen zugrunde!“ 

 

Für Erzbischof Rohracher war es klar, dass eine „innere Haltung“ nicht durch eine „äußere Vorschrift“ verordnet werden kann. Deshalb ließ er es den Pfarrvorständen frei, ob sie an diesem immerwährenden Gebet teilnehmen würden oder nicht. Für jene, die nicht daran teilnahmen, fand die Anbetung in der bischöflichen Hauskapelle statt. Offensichtlich wurde aber seine Einladung flächendeckend aufgegriffen, denn seit 1. 1. 1948 wird in unserer Diözese in diesem Sinne gebetet: In Alpbach am 17. Jänner und 27. Oktober.

 

Neben der persönlichen Erfahrung der Nähe Gottes in der eucharistischen Anbetung begeistert mich der Gedanke von Erzbischof Rohracher, dass wir als Erzdiözese gemeinsam im immerwährenden Gebet stehen. Mit wenigen Stunden im Jahr ist man eingebettet in das größere Ganze. Noch viel weniger als vor 70 Jahren lässt sich heute Anbetung „verordnen“. Sie kann wie immer schon nur vom Herzen her wachsen. Wachsen kann etwas nur, wenn man den tieferen Sinn erkennt. Neben den Anbetungstagen gibt es in Alpbach auch regelmäßig Anbetungszeiten: je. Donnerstag, 18.30 – 19.00 Uhr, Pfarrkirche; je. Herzjesu-Freitag, 19.30 – 20.00 Uhr, Inneralpbach.

 

Bildtext: Erzbischof Andreas Rohracher initiierte die Ewige Anbetung in der Erzdiözese Salzburg.