Verschmutzung der Meere betrifft uns alle

Jedes Jahr geraten weitere acht Millionen Tonnen Plastik ins Meer, die nicht verrotten, Tiere auf der Suche nach Nahrung töten und schließlich als Mikroplastik in den Nahrungskreislauf gelangen – und damit zurück zu uns. Darauf macht die Aktionswoche des Katholischen Familienverbands vom 17. bis 23. September aufmerksam.

Salzburg. Hunderte Millionen Menschen sind in ihrem täglichen Leben direkt vom Meer abhängig, Milliarden indirekt. „Alles auf unserer Erde – Energie- und Stoffkreisläufe, das Klima, der Niederschlag –, wird von den Meeren reguliert und gesteuert“, erklärt der österreichische Meeresbiologe Robert Hofrichter. „Nehmen wir nur den Golfstrom: Er schwächt sich ab, was sich auf unser Klima auswirkt. Wir bekommen allmählich einen ersten Eindruck davon, was Klimawandel bedeutet. Und das ist erst der Anfang.“

Damit betrifft die Verschmutzung der Meere auch Österreich. „Es gibt keine Insel der Seligen: Wenn den Menschen das Wasser ausgeht, werden sie migrieren. Wenn sich Millionen Menschen auf den Weg machen, weil bei ihnen kein Leben mehr möglich ist, wird kein Zaun dagegen helfen.“ 

Jeder Einzelne kann Schritte setzen

Für Hofrichter gibt es aber einen Ausweg aus der Misere – und der heißt Empathie zu unseren Mitgeschöpfen: „Wir brauchen mehr Bewusstsein für unsere Verpflichtung zur Nachhaltigkeit. Es ist sehr kurzsichtig zu glauben, dass es immer ein stetiges Wirtschaftswachstum geben wird.“

Der Meeresbiologe ist überzeugt, dass die Veränderung bei jedem von uns beginnt: „Wir selbst können entscheiden, was und wie wir konsumieren. Wenn die Wirtschaft merkt, dass etwas nicht funktioniert, dann reagiert sie darauf. Wenn Fleisch, das mit Soja aus Brasilien in der Massentierhaltung produziert und dann unendlich weit transportiert wurde, einfach nicht gekauft wird, dann wird die Wirtschaft reagieren. Wenn Plastikverpackungen boykottiert werden, dann wird die Wirtschaft reagieren. Nur dann.“ Dazu brauche es Bildung, Forschung und Aufklärung, wie es etwa durch die Meeresschutzorganisation MareMundi, die jungen Menschen beibringt, dass ihr Konsumverhalten die Welt positiv beeinflussen kann. Hofrichters Aufforderung an uns alle: „Tun Sie mehr als Sie müssen, so vermeiden Sie später ein schlechtes Gewissen.“ jup, sab

Foto: Acht Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr ins Meer. Mit gravierenden Folgen für unsere Gesundheit und das Klima, warnt Meeresbiologe Robert Hofrichter. Fotos: pixabay

 

Aktionswoche: 17. bis 23. September

Aufgabe 1: zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Bus unterwegs sein

Aufgabe 2: Das Meer steht unter Stress. Informieren Sie sich mit den Unterlagen des Familienverbandes über die Probleme, die durch Überfischung, Artenverlust und immense Verschmutzung der Ozeane entstehen.

 

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