Versuchung und Bewährung

Die Urversuchung des Menschen heißt Maßlosigkeit. Die einzige Anbetung, die frei macht, ist die Anbetung Gottes.

Der Weg durch die Wüste bringt Durststrecken mit sich. Die unabsehbar lange Wanderung lässt Langeweile aufkommen. Da ich mich durch Äußeres kaum ablenken kann, verfalle ich auf innere Auswege: Ich träume vom Glück, das mich anderswo erwartet. Ich flüchte mich in Fantasien. Eine alte Strategie: Wenn wir uns klein und ohnmächtig fühlen, dann locken uns die Allmachtsfantasien und wir malen uns aus, wie Erfolge und Leistungen uns groß machen.

Die Urversuchung

Die zentrale Versuchung des Menschen besteht darin, dass er nicht er selbst sein will. In der biblischen Erzählung von Adam und Eva wird den beiden die Verlockung, sie würden sein wie Gott, zur Falle. Ihre Gier reizt sie zum Griff nach einer Frucht, die ihnen nicht zusteht. Sie wollen das menschliche Maß überschreiten. Die Urversuchung des Menschen heißt: Maßlosigkeit.

Auch Jesus hat sich in der Wüste dieser Versuchung stellen müssen. In der Taufe am Jordan hatte er die beglückende Erfahrung gemacht, der von Gott geliebte Sohn zu sein. Doch kaum war diese Stimme verklungen, wird Jesus in die Wüste geführt, wo ihn ganz andere Einflüsterungen bedrängen.

 

Bildtext: In der Trockenheit der Wüste erinnert sich Jesus an die Zusage, die er im erfrischenden Wasser des Jordan so hautnah erlebt hatte. Foto: Fotalia/Photobars

 

Den ganzen Text von Bruder Andreas Knapp und Impulse lesen Sie im aktuellen Rupertusblatt.